Auf gewagter Mission: Friedrich Merz meldet sich aus Zug nach Kiew

Kiew - Als erster deutscher Spitzenpolitiker reist Friedrich Merz (66) am heutigen Dienstag nach Kiew. Da das mit dem Flugzeug nach wie vor nicht möglich ist, trat er die Reise per Zug an. Von dort aus meldete er sich jetzt auf Twitter.

CDU-Chef Friedrich Merz (66) besucht am heutigen Dienstag die ukrainische Hauptstadt.
CDU-Chef Friedrich Merz (66) besucht am heutigen Dienstag die ukrainische Hauptstadt.  © Michael Kappeler/dpa

"Eine Nacht im Schlafwagen auf dem Weg nach Kyiw – wir haben eine interessante Reise vor uns", grüßt Merz seine Anhänger und politikinteressierte Bürger. Im blau-weiß gestreiften Hemd sitzt er auf einem Bett, auf dem Tisch stehen ein paar angebrochene Flaschen Wasser.

Nichts deutet auf den ersten Blick auf eine Reise in ein Kriegsgebiet hin - das Internet ist stabil, der Zug sauber und aufgeräumt. "Alles sicher, alles gut und die ukrainischen Behörden sind äußerst kooperativ. Sehr angenehme Menschen. Es ist schön, in diesem Land zu sein", so Merz weiter.

Um seine Sicherheit hatte es zuletzt einige Bedenken gegeben. So riet das Bundeskriminalamt (BKA) Merz angeblich von einer Reise in die ukrainische Hauptstadt ab. Der dementierte später und twitterte:

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"Das BKA ist von meinem Büro über eine mögliche Reise nach Kiew informiert worden. Eine Begleitung durch das BKA habe ich nicht angefordert und ist vom BKA auch nicht angeboten worden."

Das steht auf dem Terminplan von Friedrich Merz

Merz möchte in Kiew unter anderem mit Regierungschef Denys Schmyhal (46) sprechen.
Merz möchte in Kiew unter anderem mit Regierungschef Denys Schmyhal (46) sprechen.  © Nathan Ellgren/AP/dpa

Doch wie schaut eigentlich der Terminplan von Friedrich Merz, so er dann mal in Kiew angekommen ist?

Bekannt ist zur Stunde, dass sich der CDU-Chef wohl mit Regierungschef Denys Schmyhal (46), Kiew-Bürgermeister Vitali Klitschko (50) sowie einigen Oppositionspolitikern treffen will. Ob es auch zu einem Gespräch mit Präsident Wolodymyr Selenskyj (44) kommen wird, ist unklar. Geplant sei es von ukrainischer Seite wohl nicht.

Aber vielleicht ist das auch ganz gut so, sich hier nicht vorzudrängeln. Nachdem die Ukraine zuletzt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (66, SPD) offiziell ausgeladen hatte, offenbarte jetzt Bundeskanzler Olaf Scholz (63, SPD) in einem Gespräch mit dem ZDF, dass genau dieser Fakt einer Reise von ihm im Weg stehen würde.

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"Es kann nicht funktionieren, dass man von einem Land, das so viel militärische Hilfe, so viel finanzielle Hilfe leistet, das gebraucht wird, wenn es um die Sicherheitsgarantien geht, die für die Zeit der Ukraine in der Zukunft wichtig sind, dass man dann sagt, der Präsident kann aber nicht kommen."

Botschafter Andrij Melnyk (46) gefiel diese Aussage übrigens gar nicht, er bezeichnete Scholz anschließend als "beleidigte Leberwurst".

Update 15.12 Uhr: Inzwischen hat Merz die Ukraine erreicht.

Titelfoto: Michael Kappeler/dpa

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