Friedrich Merz hat die Nase voll: Corona spätestens im Frühjahr beenden

Berlin - Alles andere ist nur noch "sirenenhafter Alarmismus": CDU-Chef Friedrich Merz (67) will zurück zur Normalität. Und das spätestens im Frühjahr.

CDU-Boss Friedrich Merz (67) teilt den Alarmismus des Gesundheitsministers nicht, will zurück zur Normalität.
CDU-Boss Friedrich Merz (67) teilt den Alarmismus des Gesundheitsministers nicht, will zurück zur Normalität.  © Kay Nietfeld/dpa

Dem Oppositionsführer ist es sehr recht, dass einige Bundesländer mittlerweile die Corona-Isolation abgeschafft haben.

"Beim ersten Lesen der Nachricht hatte ich ein gewisses Unbehagen", sagte Merz den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

"Beim längeren Nachdenken erscheint es mir aber verantwortbar zu sein, so vorzugehen wie Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Schleswig-Holstein dies nun tun."

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Corona-Regeln seien nur noch in einem "sehr eingeschränkten Umfang" erforderlich, sagte Merz.

Wer sich in Bayern, Baden-Württemberg oder Schleswig-Holstein mit dem Virus ansteckt, muss nun nicht mehr Quarantäne.

Auch Hessen kündigte diesen Schritt an, allerdings ohne einen konkreten Zeitpunkt zu benennen.

Patientenschützer nicht begeistert

Wer sich mit einer ansteckenden Krankheit infiziert, sollte auch ohne Verpflichtung vom Staat zu Hause bleiben, meint DGB-Vorstand Piel.
Wer sich mit einer ansteckenden Krankheit infiziert, sollte auch ohne Verpflichtung vom Staat zu Hause bleiben, meint DGB-Vorstand Piel.  © Alexander Heinl/dpa-tmn

"Die Zeit der hohen Infektionsgefahr mit schwerem Krankheitsverlauf ist vorbei", sagte Merz. "Damit sollten wir auch versuchen, so schnell wie möglich wieder in ein weitgehend normales Leben zurückzukehren – auch mit Corona."

Den "sirenenhaften Alarmismus" von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (59, SPD) teile der 67-Jährige nicht.

"Wir sollten zur Normalität zurückkehren und spätestens im Frühjahr nächsten Jahres Corona offiziell als beendet erklären", so Merz.

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Kritik hagelte es bereits von Patientenschützern und Gewerkschaften, da die Bundesländer mal wieder nicht einheitlich vorgehen. DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel (57) sei "erschrocken darüber, dass die vier Bundesländer in Bezug auf die Isolationspflicht einen Alleingang wagen".

Arbeitnehmer sollten nach wie vor "sich mit Infektionskrankheiten nach jeweils geltenden Regeln arbeitsunfähig zu melden und freiwillig Kontakte auch im privaten Umfeld drastisch"reduzieren.

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa

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