Friedrich Merz triumphiert bei Kampfabstimmung in CDU-Hochburg

Arnsberg – Der frühere Unions-Fraktionschef Friedrich Merz (65) ist von der CDU im Hochsauerlandkreis in einer Kampfabstimmung zum Kandidaten für die Bundestagswahl gewählt worden.

Patrick Sensburg (49, l) und Friedrich Merz (65) sind für die CDU im Hochsauerlandkreis als Bundestagskandidaten angetreten - Merz gewann mit klarem Vorsprung.
Patrick Sensburg (49, l) und Friedrich Merz (65) sind für die CDU im Hochsauerlandkreis als Bundestagskandidaten angetreten - Merz gewann mit klarem Vorsprung.  © Christoph Gateau/Michael Kappeler/dpa

Eine Aufstellungsversammlung unter freiem Himmel in einem Fußballstadion im sauerländischen Arnsberg bestimmte den 65-Jährigen am Samstag zum CDU-Direktkandidaten im Wahlkreis 147. Das Nachsehen hatte der aktuelle CDU-Abgeordnete Patrick Sensburg (49). Merz erhielt 327 Stimmen, Sensburg 126 Stimmen.

Die beiden hatten zuvor in jeweils über 20-minütigen Reden um die Zustimmung der Delegierten geworben. Während Sensburg vor allem auf seine Tätigkeit für den Wahlkreis in den vergangenen knapp zwölf Jahren verwies, kritisierte Merz den Zustand seiner Partei.

"Die CDU hat ihren Kompass verloren, unsere Wählerinnen und Wähler wissen nicht mehr, wofür wir eigentlich stehen", sagte er.

Er rief dazu auf: "Wir müssen wieder den Mut haben, eine stinknormale bürgerliche Politik zu machen, statt dem flüchtigen Zeitgeist atemlos hinterherzulaufen. Wir sind nicht die besseren Grünen und auch nicht die etwas weniger radikale AfD." Wer den Holocaust leugne oder diese schreckliche Zeit unseres Landes für einen "Fliegenschiss der Geschichte" halte, "mit dem haben wir nichts, aber auch gar nichts gemeinsam".

Friedrich Merz mit Appell an Armin Laschet und Markus Söder: "Einigt Euch"

Friedrich Merz (65) appellierte an Armin Laschet (60) und Markus Söder (54), den Streit um die Kanzlerkandidatur in der CDU zu klären.
Friedrich Merz (65) appellierte an Armin Laschet (60) und Markus Söder (54), den Streit um die Kanzlerkandidatur in der CDU zu klären.  © Jonas Güttler/dpa

Merz versprach den Delegierten, keinen "bequemen und angepassten Abgeordneten" zu bekommen. Auch rief er zu einer schnellen Klärung im Streit um die Kanzlerkandidatur auf: "Einigt Euch, Markus Söder (54) und Armin Laschet (60). Dieses Land braucht Perspektive. Dieses Land braucht Führung. Und die CDU und die CSU werden gebraucht als politisch führende Kraft dieses Landes."

Der Hochsauerlandkreis mit seinen rund 260.000 Einwohnern gilt als CDU-Hochburg. Sensburg ist dort bereits seit zwölf Jahren Abgeordneter. Er war 2009 Friedrich Merz nachgefolgt, der damals nach vier Wahlperioden (1994-2009) nicht erneut kandidiert hatte.

Ende Februar hatte Merz überraschend angekündigt, erneut kandidieren zu wollen. Die Abstimmung am Samstag konnte Merz für sich entscheiden: Mit gut 71 Prozent der gültigen Stimmen wurde er zum Direktkandidaten gewählt.

Titelfoto: Jonas Güttler/dpa

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