Parteitag wählt Friedrich Merz zum neuen CDU-Vorsitzenden

Berlin - Die CDU hat den Wirtschaftspolitiker Friedrich Merz (66) zu ihrem neuen Vorsitzenden gewählt.

Wirtschaftspolitiker Friedrich Merz (66) ist mit einer überzeugenden Mehrheit zum neuen Vorsitzenden der CDU gewählt worden.
Wirtschaftspolitiker Friedrich Merz (66) ist mit einer überzeugenden Mehrheit zum neuen Vorsitzenden der CDU gewählt worden.  © Michael Kappeler/dpa

Bei einem digitalen Bundesparteitag stimmten am Samstag 915 von 983 Delegierten für den 66-Jährigen, 16 enthielten sich. Die CDU errechnete daraus eine Zustimmung von 94,62 Prozent.

Die entsprechende Entscheidung muss aber noch formal per Briefwahl bestätigt werden. Deren Ergebnis soll am 31. Januar verkündet werden.

Wegen der Coronavirus-Pandemie war nur die engste Führungsriege der CDU in der Parteizentrale in Berlin anwesend. Die Delegierten stimmten online ab. Merz war im Dezember in der ersten Mitgliederbefragung der CDU zum Parteivorsitz mit 62,1 Prozent zum Nachfolger von Armin Laschet (60) bestimmt worden. Die Wahl auf dem Parteitag galt deshalb bereits im Vorfeld als Formsache.

Mit dem 9-Euro-Ticket nach Sylt: Punks wollen zu Christian Lindners Hochzeit
Christian Lindner Mit dem 9-Euro-Ticket nach Sylt: Punks wollen zu Christian Lindners Hochzeit

Merz ist der dritte CDU-Vorsitzende innerhalb von gut drei Jahren, nachdem die damalige Kanzlerin Angela Merkel (67) 2018 angekündigt hatte, sich nach 18 Jahren von diesem zurückzuziehen. Bei zwei früheren Anläufen auf den Parteivorsitz hatte der Wirtschaftsexperte im Dezember 2018 gegen Annegret Kramp-Karrenbauer und im Januar 2021 gegen Laschet verloren.

Neben dem Vorsitzenden wollte die CDU als Konsequenz aus dem Desaster bei der Bundestagswahl 2021 mit ihrem historisch schlechtesten Ergebnis von 24,1 Prozent auch ihre komplette weitere Führungsspitze neu wählen. Der Bundestagsabgeordnete und frühere Berliner Sozialsenator Mario Czaja (46) soll zum Generalsekretär der Partei gewählt werden. Er soll für den Wirtschaftsexperten Merz den Arbeitnehmerflügel abdecken.

Norbert Röttgen und Helge Braun stehen nicht zur Wahl

Norbert Röttgen (56) kandidiert nicht für einen Posten.
Norbert Röttgen (56) kandidiert nicht für einen Posten.  © Michael Kappeler/dpa

Von den fünf bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden tritt nur die niedersächsische Bundestagsabgeordnete Silvia Breher (48) an.

Für die weiteren vier Stellvertreterposten bewerben sich die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien (56), der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (46), der baden-württembergische Bundestagsabgeordnete Andreas Jung (46) und der Bundestagsabgeordnete und Wirtschaftsexperte Carsten Linnemann (44).

Für die übrigen sieben Posten im Parteipräsidium kandidieren acht Frauen und Männer, darunter die Vorsitzende der Frauen Union, Annette Widmann-Mauz (55), sowie der bisherige Vize-Parteichef und frühere Gesundheitsminister Jens Spahn (41).

Ex-Kanzlerin Merkel besucht Leopoldina in Halle: "Habe Rat und Wissen sehr geschätzt"
Angela Merkel Ex-Kanzlerin Merkel besucht Leopoldina in Halle: "Habe Rat und Wissen sehr geschätzt"

Von den insgesamt 54 Bewerbern für die Führungsgremien ist die Hälfte weiblich. Die Rivalen von Merz bei der Mitgliederbefragung, der Außenpolitiker Norbert Röttgen (56) und Ex-Kanzleramtschef Helge Braun (49), treten nicht für einen Posten in der Parteispitze an.

Merz will die neu gewählte Führungsspitze schon am Samstagnachmittag erstmals um sich versammeln.

Offiziell sind die konstituierenden Sitzungen der neuen Führungsgremien für den 7. Februar geplant.

Aktualisiert: 22. Januar 2022, 12.41 Uhr

Titelfoto: Michael Kappeler/dpa

Mehr zum Thema Friedrich Merz: