CDU gewinnt die Wahl in NRW: Ministerpräsident Wüst feiert, SPD der große Verlierer

Düsseldorf - In dieser Deutlichkeit hatten es wohl nur die Wenigsten erwartet: Der amtierende Ministerpräsident Hendrik Wüst (46, CDU) lässt seinen Herausforderer Thomas Kutschaty (53, SPD) bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen deutlich hinter sich und darf sich auf weitere fünf Jahre im Amt freuen. Freuen können sich auch die Grünen, während die SPD in Schockstarre ist.

Hendrik Wüst (46, CDU) bleibt Ministerpräsident von NRW.
Hendrik Wüst (46, CDU) bleibt Ministerpräsident von NRW.  © Oliver Berg/dpa

Er darf also weiter machen - und das mit einem "klaren Regierungsauftrag". Hendrik Wüst, der das Amt des Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen vor knapp sieben Monaten von Armin Laschet (60) geerbt hatte, hat von den Wählerinnen und Wählern am heutigen Sonntag auch offiziell das Vertrauen ausgesprochen bekommen.

Ganz im Gegenteil zu seinem bisherigen Koalitionspartner FDP. Die schmierte nahezu ab und ist nicht mehr stark genug, um die schwarz-gelbe Regierung fortzusetzen. Parteivorsitzender Christian Linder (43), selbst vor fünf und zehn Jahren Spitzenkandidat in NRW, sprach von einer "desaströsen Niederlage".

Um Ministerpräsident werden zu können, wird Wüst jetzt wohl beim zweiten Sieger des Amtes, den Grünen, Klinken putzen müssen. Die verdreifachten quasi ihr Ergebnis im Vergleich zur letzten Wahl und sind jetzt in der Pole Position für eine Regierungsverantwortung neben der CDU.

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Der größte Verlierer des Abends dürfte hingegen die SPD sein. Acht Monate nach der Bundestagswahl und sieben Wochen nach der bescheinigten Alleinherrschaft im Saarland hatten die Sozialdemokraten eigentlich alles auf Sieg gesetzt - und scheiterten kläglich. Das einstige rote Stammland läuft für sie nun Gefahr, die zweite Legislatur hintereinander an die CDU zu gehen.

NRW-Wahl gilt als wichtiger Stimmungstest im Bund

So schaut die Hochrechnung von 19.11 Uhr aus.
So schaut die Hochrechnung von 19.11 Uhr aus.  © dpa-Grafik: J. Reschke, Redaktion: M. Lorenz

Auch die AfD verlor kräftig an Stimmen, konnte aber wieder in den Landtag einziehen. Anders die Linke: Sie scheitert erneut an der Fünf-Prozent-Hürde.

Die Abstimmung im bevölkerungsreichsten Bundesland galt als "kleine Bundestagswahl" und wichtiger Stimmungstest für die Bundespolitik. Wahlberechtigt waren 13 Millionen Bürger (etwa ein Fünftel aller wahlberechtigten Deutschen).

Während die CDU nun also beruhigt in die nächsten Sitzungswochen startet, hat die SPD hingegen nach der zweiten Klatsche in Folge einiges aufzuarbeiten.

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Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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