Jens Spahn ärgert sich über SPD: "Schwieriger Umgang unter Partnern"

Berlin - Im Streit um die Verteilung von angeblich weniger geprüften Corona-Schutzmasken zwischen Union und SPD hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (41, CDU) den Koalitionspartner erneut kritisiert.

Jens Spahn (41, CDU), Bundesminister für Gesundheit, nimmt seine hochwertige FFP2-Maske ab.
Jens Spahn (41, CDU), Bundesminister für Gesundheit, nimmt seine hochwertige FFP2-Maske ab.  © dpa/Kay Nietfeld

"Das ist unter Partnern jedenfalls - und das sind ja Koalitionspartner - schon ein schwieriger Umgang", sagte Spahn am Dienstag im ARD-Morgenmagazin.

"Wir haben das sachlich, fachlich miteinander aufgeklärt vor sechs Monaten." Nun stelle sich die Frage, warum das, was vor Monaten "geräuschlos" ging, nun kurz vor einer Wahl hochkomme.

Hintergrund der Debatte, die die schwarz-rote Koalition belastet, ist ein Spiegel-Bericht über den Umgang mit angeblich minderwertigen, in China bestellten Corona-Masken.

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Demnach sollten nach Plänen des Gesundheitsministeriums Masken, die nicht nach hohen Standards getestet worden seien, an Einrichtungen für Menschen mit Behinderung oder für Obdachlose gehen.

Nach einer Intervention des SPD-geführten Arbeitsministeriums sei davon Abstand genommen worden. Spahn hatte die Vorwürfe zurückgewiesen, von der SPD-Spitze kamen Rücktrittsforderungen.

Spahn zeigte sich vom Koalitionspartner enttäuscht. "Da, wo ich herkomme, unter Partnern, sagt man Entschuldigung, wenn man sich verrannt hat. Und das ist wohl nicht zu erwarten in diesem Fall."

Spahns Fokus weiter auf Impfungen

Er kündigte an, sich weiter auf das zentrale Thema der Corona-Impfungen fokussieren zu wollen. Er bekräftigte außerdem seinen Appell an die Impfwilligen in Deutschland, sich noch für "wenige Wochen" in Geduld zu üben, wenn sie noch keinen Impftermin hätten.

Spahn betonte: "Es geht um Wochen, nicht um Monate."

Titelfoto: dpa/Kay Nietfeld

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