Jens Spahn in der Kritik: Wollte der Minister unbrauchbare Masken an Obdachlose verteilen?

Deutschland - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (41, CDU) steht nach einem Bericht über Corona-Masken, die trotz Untauglichkeit an Menschen mit Behinderung oder Obdachlose gehen sollten, in der Kritik.

Ist Jens Spahn (41, CDU) politisch noch tragbar? Da er offenbar nicht ausreichend geprüfte Masken verteilen wollte, wird ihm vorgeworfen, die jeweiligen Empfänger wie Menschen zweiter Klasse behandelt zu haben.
Ist Jens Spahn (41, CDU) politisch noch tragbar? Da er offenbar nicht ausreichend geprüfte Masken verteilen wollte, wird ihm vorgeworfen, die jeweiligen Empfänger wie Menschen zweiter Klasse behandelt zu haben.  © Kay Nietfeld/dpa

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil (43) zeigte sich am Samstag in Berlin "geschockt" über den entsprechenden "Spiegel"-Bericht.

Demnach wollten Spahns Mitarbeiter unbrauchbare Corona-Masken an Hartz-IV-Empfänger, Behinderte und Obdachlose abgeben. Die Masken waren zuvor für schätzungsweise eine Milliarde Euro eingekauft worden.

"Das muss umgehend aufgeklärt werden, aber es muss dann auch klar sein, wenn das stimmt (...), dann muss es Konsequenzen im Gesundheitsministerium geben", sagte Klingbeil. "Das ist unmenschlich, was dort passiert ist."

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Der parlamentarische Geschäftsführer der Linksfraktion, Jan Korte (44), sagte: "Nun also noch ein Maskenskandal und wieder kein Rücktritt oder irgendwelche Konsequenzen."

Kritik kam außerdem aus den Reihen der FDP und von den Grünen.

Lars Klingbeil (43, SPD): "Die Liste an Fehlern, die Jens Spahn in der Pandemie zu verantworten hat, wird immer länger."
Lars Klingbeil (43, SPD): "Die Liste an Fehlern, die Jens Spahn in der Pandemie zu verantworten hat, wird immer länger."  © Kay Nietfeld/dpa

Bärbel Bas (53), Vizechefin der SPD-Bundestagsfraktion, bezeichnete Spahns Verhalten als "moralische Bankrotterklärung". Linke-Chefin Janine Wissler (40) nannte es "menschenverachtend und abgründig" und legte dem Gesundheitsminister den Rücktritt nahe.

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa

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