Spahn macht Hoffnung: EU-Sommerurlaub wohl auch ohne Impfung möglich!

Berlin - Für Geimpfte und Genesene gibt es in Zukunft mehr Lockerungen. Doch was ist mit denjenigen, die bis zum Sommer keine vollständige Impfung gegen das Coronavirus erhalten? Müssen die dann auf den Urlaub verzichten? Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) gibt Entwarnung.

Gesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) macht Hoffnung auf einen Sommerurlaub. Tests könnten diesen auch für Ungeimpfte möglich machen.
Gesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) macht Hoffnung auf einen Sommerurlaub. Tests könnten diesen auch für Ungeimpfte möglich machen.  © Kay Nietfeld/dpa

Mit Blick auf einen Sommerurlaub in Europa zeigt sich der CDU-Politiker optimistisch.

"Innerhalb der EU wird das Reisen voraussichtlich nicht von der Impfung abhängig sein. Auch mit den Testungen wird man sich europaweit gut bewegen können", sagte Spahn der "Rheinischen Post".

Er selbst plane seinen Urlaub in Deutschland. "In dieser hoffentlich letzten Phase der Pandemie würde ich keine großen Fernreisen planen, Nordsee statt Südsee quasi."

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Die Bundesärztekammer warnt jedoch davor, das Intervall zwischen zwei AstraZeneca-Impfungen zu verkürzen, um früher als geimpft zu gelten.

Die Verkürzung des Intervalls müsse überdacht werden, sagte Ärztepräsident Klaus Reinhardt (60) dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland".

Studien hätten ergeben, dass ein größerer Abstand zwischen den beiden Impfungen positive Auswirkungen auf die Wirksamkeit des Vakzins haben könne.

Nordsee statt Südsee! Auch Deutschland hat wunderschöne Ecken zu entdecken.
Nordsee statt Südsee! Auch Deutschland hat wunderschöne Ecken zu entdecken.  © Peter Kuchenbuch-Hanken/dpa

Wie sollen alle Bevölkerungsgruppen für eine erste Impfung erreicht werden?

Co-Grünenchef Robert Habeck (51) fordert mehr mobile Impfteams.
Co-Grünenchef Robert Habeck (51) fordert mehr mobile Impfteams.  © Kay Nietfeld/dpa

Für Mutationen des Coronavirus ist Deutschland nach Ansicht von Spahn gut gerüstet und liegt demnach mittlerweile weltweit unter den Top 5 bei den Sequenzierungen.

Währenddessen werden Rufe nach stärkeren Maßnahmen laut, um überhaupt alle Bevölkerungsgruppen für eine erste Corona-Impfung zu erreichen.

"Mobile Impfteams müssen in die sozialen Brennpunkte fahren und ein Angebot machen - digital beworben, wenn der Datenschutz das zulässt", sagte Grünen-Chef Robert Habeck (51) den Zeitungen der "Funke"-Mediengruppe.

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"Dann können die Menschen eine SMS bekommen: Morgen um 9.00 Uhr steht das Impfmobil vor Aldi."

Und dann werde von morgens bis abends vor dem Supermarkt geimpft. Das lasse sich ausbauen, so Habeck. "Wenn Impfstoffe für Jugendliche zugelassen sind, kann man in den Schulen impfen, und dort doch zum Beispiel auch die Eltern mit. Da sollte viel Kreativität an den Tag gelegt werden."

Die Aufhebung der Impf-Reihenfolge könne nicht bedeuten, dass sich jeder selbst darum kümmern müsse.

Städtetag versichert: Sozial benachteiligte Viertel sind im Blick!

Impfaktion im Supermarkt? In Pforzheim wurde das aufgrund liegengebliebener AstraZeneca-Dosen Anfang Mai durchgeführt.
Impfaktion im Supermarkt? In Pforzheim wurde das aufgrund liegengebliebener AstraZeneca-Dosen Anfang Mai durchgeführt.  © Christoph Schmidt/dpa

Der Deutsche Städtetag hat indes versichert, dass die Kommunen bei der Impfkampagne Menschen in sozial benachteiligten Vierteln gezielt ansprechen.

Alle großen Städte hätten die stadtteilbezogenen
Inzidenzen im Blick, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages Helmut Dedy dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland".

"Sie kümmern sich darum, Menschen zielgruppengenau anzusprechen, die über übliche Kommunikationswege schwer erreichbar sind. Ziel ist, dass die bestehenden Impfangebote von priorisierten Personen akzeptiert und angenommen werden."

Darüber hinaus kämen bereits mobile Impfteams zum Einsatz, um die Menschen in benachteiligten Stadtteilen zu erreichen.

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa

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