Spahn strebt politisches Amt nach der Bundestagswahl an

Düsseldorf - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (41, CDU) sieht noch Chancen für die Union auf den Sieg bei der Bundestagswahl und strebt ein politisches Amt an.

Trotz Masken-Affäre, Coronatest-Skandal, Durcheinander bei Covid-19-Impfungen und umstrittenen privaten Immobiliengeschäften möchte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (41, CDU) auch nach der Wahl ein politisches Amt.
Trotz Masken-Affäre, Coronatest-Skandal, Durcheinander bei Covid-19-Impfungen und umstrittenen privaten Immobiliengeschäften möchte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (41, CDU) auch nach der Wahl ein politisches Amt.  © Federico Gambarini/dpa

"Ja, ich möchte ein Amt", sagte Spahn am Montag in Düsseldorf beim Ständehaustreff der "Rheinischen Post". Nur aus einem Amt heraus lasse sich gestalten. "Das ist auch das Ziel nach dem 26. September."

Spahn gehört nicht zum achtköpfigen sogenannten Zukunftsteam, das Unionskanzlerkandidat Armin Laschet (60, CDU) Anfang September für den Wahlkampfendspurt vorgestellt hatte.

Trotz der historisch schlechten Umfragewerte für die Union seien noch "viele Chancen" da, sagte Spahn. 41 Prozent der Wahlberechtigten hätten noch nicht entschieden, wo sie ihr Kreuz auf dem Wahlzettel machten. Ein Ergebnis über 25 Prozent sei "ohne Zweifel erreichbar". Die CDU habe als Volkspartei ein Potenzial auch "deutlich über 30 Prozent", sagte Spahn, der auch stellvertretender CDU-Vorsitzender ist.

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Im Gegensatz zu 1998, als die Union unter dem langjährigen Kanzler Helmut Kohl (†87) die Bundestagswahl verlor, spüre er beim derzeitigen Wahlkampf nicht die Stimmung, dass Deutschland ein "linkeres Land" werden solle.

Spahn lobte Laschet. Er könne zuhören, Kompromisse aushandeln, sei zugewandt und bringe "Dinge nach vorn".

Die CDU habe aber auch Fehler im Wahlkampf gemacht, gestand er ein. So habe sie ihre "Offensive" im Wahlkampf "im Zweifel eine Woche zu spät begonnen". Zu lange sei im Wahlkampf über "Nebensächlichkeiten" geredet worden.

Titelfoto: Federico Gambarini/dpa

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