Darum findet Karl Lauterbach die Corona-Beschlüsse zu harmlos und warnt heftig vor Delta!

Köln - Dem SPD-Gesundheitspolitiker und Bundestagsabgeordneten Karl Lauterbach (58, SPD) gehen die Corona-Beschlüsse der Bund-Länder-Konferenz nicht weit genug.

Karl Lauterbach (58, SPD) warnt vor der Delta-Variante des Coronavirus.
Karl Lauterbach (58, SPD) warnt vor der Delta-Variante des Coronavirus.  © Kay Nietfeld/dpa

"Ich hätte es besser gefunden, Großereignisse mit Hunderten Menschen in Clubs oder Hallen auf Genesene und Geimpfte zu begrenzen", sagte Lauterbach den Zeitungen der "Funke"-Mediengruppe (Mittwoch).

"Denn es sind potenzielle Superspreader-Events", argumentierte der Mediziner, der noch am Dienstag selbst in Köln Menschen gegen das Coronavirus geimpft hatte.

Die Testpflicht in Innenräumen ab einer Inzidenz von 35 könne sei vernünftig.

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Aber er sagte auch: "Ich hätte die Grenze noch unter einer Inzidenz von 35 gesetzt."

Grundsätzlich stellte er sich hinter die neuesten Beschlüsse: "Ich finde die Beschlüsse im Prinzip gelungen, weil die Beschlüsse hier den Ungeimpften die Möglichkeit geben, an den Innenraum Veranstaltungen noch teilzunehmen. Sie sind nicht ausgeschlossen", sagte er im RTL-Interview.

Bei Twitter warnte er am Mittwoch auch vor der gefährlichen Corona-Variante Delta.

"Delta hat mehr als 1000fache Viruslast. Daher muss man jeden Infizierten als Superspreader betrachten. In Innenräumen ist Ansteckung riesig", so der Mediziner in seiner Warnung.

Antigentests sollten laut Lauterbach nur 24 Stunden gelten

Eine Meinung zur Gültigkeit von Antigentests hat Karl Lauterbach ebenfalls. Sie sollte bei nur 24 Stunden sein, schrieb er am Mittwoch bei Twitter.

"Weil bei 48 Stunden kann man sich sogar in Zwischenzeit infizieren und schon ansteckend sein. Wenn die Inzidenz sinken soll, ist das bei einer so ansteckenden Variante nur durch sehr hohe Impfquote möglich. Sonst Normalität unerreichbar."

Am Dienstagnachmittag hatten Politiker von Bund und Ländern über das weitere Vorgehen im Kampf gegen die Corona-Pandemie gesprochen.

Als eines der Ergebnisse werden ab dem 11. Oktober Corona-Schnelltests für alle ungeimpfte Bürger kostenpflichtig. Wer sich nicht impfen lässt und zum Beispiel für einen Restaurantbesuch einen Test braucht, muss diesen dann selbst bezahlen.

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa

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