Darum fordert Karl Lauterbach deutlich mehr Corona-Schnelltests in Schulen

Köln/Leverkusen - Der Gesundheitsexperte und SPD-Politiker Karl Lauterbach (58) findet erneut klare Worte zur Corona-Pandemie und der Schulpolitik des Bundes. Die neueste Regelung in Schulen bezeichnete er als Fortschritt, er forderte aber dennoch deutlich mehr Schnelltests.

Karl Lauterbach (58, SPD) spricht sich für mehr Corona-Schnelltests in Schulen aus.
Karl Lauterbach (58, SPD) spricht sich für mehr Corona-Schnelltests in Schulen aus.  © Oliver Berg/dpa

Zu den Corona-Infektionen in Schulen twitterte der Mediziner zuletzt: "Jetzt kommt die kalte Jahreszeit, wo Lüften schwerer wird. Weder Durchseuchung der Kinder noch ständig Quarantäne sind akzeptabel."

Er schlug daher auch eine eigene Lösung vor: "Beste Lösung ist daher: 2x testen pro Woche. Wenn 1 Kind positiv: 5 Tage morgens alle Kinder testen. Nur Schnelltests."

Aus Sicht des Mediziners reichten viele Schnelltests, da sie bei der Delta-Variante ausreichend zuverlässig seien, um Superspreading in Klassen zu finden.

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Lauterbachs Kernargument: "Die Schnelligkeit, Ergebnis vor Schulbeginn zu haben, ist wichtiger als ein zu spätes PCR Ergebnis. Diese Strategie durchbricht Infektionsketten und minimiert Schulausfall."

Die Gesundheitsminister der Länder und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (41,CDU) hatten sich am Montag für einfachere Quarantäne-Regeln bei Corona-Fällen in Schulen ausgesprochen.

Grundsätzlich solle jetzt bei einem Corona-Fall nicht mehr für die gesamte Klasse Quarantäne angeordnet werden, so der Beschluss. Quarantäneanordnungen seien auf möglichst wenige Personen zu beschränken.

Lauterbach: "Es darf nicht wieder einen Winter mit viel Homeschooling geben"

Karl Lauterbach erklärte im Anschluss in der Rheinischen Post zwar, dass es ein Fortschritt gegenüber der bisherigen Lage sei, wenn bei einem Corona-Fall nicht mehr ganze Klassen in Quarantäne geschickt würden.

Er sprach sich aber für seine Idee der maximalen Testungen aus. Nur das betroffene Schulkind müsse so in Quarantäne. "Es darf nicht wieder einen Winter mit viel Homeschooling geben", forderte er.

Der Medizin-Experte der SPD blickte zuletzt auch nach Afrika und forderte die Lieferung von Impfstoff in arme Länder Afrikas. Er hatte zuvor vor der neuen SarsCoV2 Variante C.1.2. in Südafrika gewarnt: "Sie hat 59 Mutationen post Wuhan Variante. Verbreitet sich schnell. Ob sie aber gefährlicher als Delta ist noch unklar. Zeigt aber: Wir müssen Afrika Impfstoff geben."

Anfang August hatte Lauterbauch auch lautstark Nicht-Geimpfte dazu aufgefordert, sich impfen zu lassen. "Von Ungeimpften geht eine Gefährdung für andere Ungeimpfte, aber auch für Geimpfte aus", hatte er damals im Interview mit dem Nachrichtensender n-tv gesagt.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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