Karl Lauterbach für kostenpflichtige Corona-Bürgertests, er warnt vor neuer Pandemie-Welle!

Köln - Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (59) verteidigt das Ende der kostenlosen Corona-Tests für alle. Gleichzeitig warnt der SPD-Politiker vor einer großen Chance für eine erneute Pandemie-Welle.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (59, SPD) kämpft mit allen Schutzmitteln gegen das Coronavirus.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (59, SPD) kämpft mit allen Schutzmitteln gegen das Coronavirus.  © Jörg Carstensen/dpa

"Wir wollen die Bürgertests zielgerichteter einsetzen als bisher, die Qualität steigern und Betrug eindämmen. Und natürlich geht es auch immer um den effektiven Einsatz von Steuergeldern", sagte er im Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger und verdeutlichte so die wichtigsten Gründe für die bald 3 Euro teuren Tests.

Die aktuellen Testkosten von rund 1 Milliarde Euro pro Monat seien für den Haushalt der Bundesrepublik bald einfach zu teuer.

Eine bittere Wahrheit gestand Lauterbach in dem Gespräch ebenfalls ein.

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Die sogenannte Krankenhausrate mit Intensivpatienten, letztes Jahr als Kennwert noch hochgelobt, bringe wenig. "Bislang wissen wir nur, wie viele Betten in den Kliniken frei sind – und das mit Verspätung. Das ist zu wenig."

Er kündigte deshalb ein "Pandemieradar" an. So sollten künftig neue Corona-Ausbrüche besser und schneller erkannt werden.

Der studierte Mediziner nannte auch nochmal das aktuelle Corona-Problem: "Wir haben eine Sommerwelle. Das habe auch ich vorausgesagt. Der Einzelne kann sich schützen – durch freiwilliges Impfen und Masketragen."

Lauterbach ist bereits das vierte Mal gegen Corona geimpft

Er befürchtet eine weitere Corona-Welle im Herbst.
Er befürchtet eine weitere Corona-Welle im Herbst.  © Michael Kappeler/dpa

Für den Herbst trübte er zusätzlich die Hoffnung auf eine Besserung. "Im Herbst werden wir aber voraussichtlich einen deutlichen Anstieg der Fallzahlen der Varianten BA.4 und BA.5 haben." Eine Versorgung in Krankenhäusern könnte wieder zum Problem werden, so der Bundesgesundheitsminister im KStA-Interview.

Lockdowns oder erneute Schulschließungen schloss er nicht aus, betonte aber, sie auf jeden Fall verhindern zu wollen.

Da viele Menschen inzwischen dreimal gegen das Coronavirus geimpft sind, gab er auch einen Rat für eine mögliche vierte Impfung.

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So sei der vierte Nadelstich von der Ständigen Impfkommission offiziell für Menschen ab 70 Jahren empfohlen. Lauterbach: "Aber auch schon im jüngeren Alter kann es zu schweren Verläufen kommen." Er appellierte deshalb, darüber nachzudenken, sich im Zweifel auch schon früher zu impfen.

"Zugelassen ist der Impfstoff dafür. Ich selbst bin ein viertes Mal geimpft."

Lauterbach hatte am Freitag mitgeteilt, dass Corona-Bürgertests in Teststellen und Apotheken bald nicht mehr für alle gratis sind. Kostenlos bleiben die Schnelltests nur für bestimmte Risikogruppen.

Titelfoto: Jörg Carstensen/dpa

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