Karl Lauterbach macht Hoffnung: "Der Sommer wird gut werden"

Köln – So optimistisch erlebt man Karl Lauterbach (58) dieser Tage selten: Der SPD-Gesundheitsexperte und "Mahner der Nation" macht in Corona-Zeiten mit hohen Inzidenzzahlen Hoffnung auf einen guten Sommer.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (58) erwartet, dass sich die Corona-Lage im Sommer merklich entspannen wird.
SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (58) erwartet, dass sich die Corona-Lage im Sommer merklich entspannen wird.  © Oliver Berg/dpa

Bei Twitter schrieb der Mediziner in der Nacht zu Sonntag: "Der Sommer wird gut werden."

Lauterbach begründete seine These mit einem Blick auf die aktuellen Zahlen: "Diese zeigen, wie stark der Impfeffekt wird, wenn 50 % der Bevölkerung eine erste Dosis bekommen haben."

Er schlussfolgerte: "Ende Mai wird dies für uns bedeuten, dass die Fallzahlen deutlich unter 50 fallen."

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Zudem gibt es neue Erkenntnisse über die Gefahr, die die neue indische Virus-Mutation mit sich bringt.

"Es zeigt sich immer klarer, dass die indische Variante B1.617 weniger gefährlich für Geimpfte sein dürfte als die Südafrika Variante B1.351 oder P1 aus Brasilien", so der 58-Jährige. Das sei eine wichtige Frage.

Insgesamt sieht Lauterbach ein Licht am Horizont: "Wir sind jetzt in der letzten Runde auf der Schlussgeraden."

Karl Lauterbach kündigt bei Twitter einen guten Sommer an

Bundesweite Inzidenz weiterhin bedenklich hoch

Bereits Mitte Januar hatte Lauterbach einen "wahrscheinlich großartigen" Sommer prognostiziert. Gegenüber der Süddeutschen-Zeitung hatte der SPD-Politiker angekündigt, dass die Pandemie dann ein Stück weit eingedämmt sein werde.

In dieser Rechnung spielen vor allem das bessere Wetter sowie die Impfstoff-Verfügbarkeit eine tragende Rolle. Lauterbach hatte jedoch auch betont: "Wir werden jetzt die schlimmsten drei Monate der gesamten Pandemie mit hohen Infektions- und Todeszahlen vor uns haben."

Tatsächlich sind die Infektionszahlen vielerorts in Deutschland bedenklich hoch. Bundesweit liegt die Sieben-Tage-Inzidenz am Sonntag bei 146,5. Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen wurde die "epidemische Lage" jüngst erst um weitere sechs Wochen verlängert.

Update, 10.45 Uhr: Karl Lauterbach kritisiert Erleichterungen für Geimpfte in NRW

Karl Lauterbach (58, SPD) wirft der NRW-Landesregierung vor, sich im Alleingang mit Erleichterungen für Geimpfte profilieren zu wollen.
Karl Lauterbach (58, SPD) wirft der NRW-Landesregierung vor, sich im Alleingang mit Erleichterungen für Geimpfte profilieren zu wollen.  © Michael Kappeler/dpa

Karl Lauterbach kritisiert die von der NRW-Landesregierung beschlossenen schnellen Corona-Erleichterungen für Geimpfte. Die Landesregierung versuche, sich "im Alleingang zu profilieren", sagte er dem WDR. "Das ist zermürbend – die Menschen wollen einheitliche Regeln."

Bundesweit werde in dieser Woche diskutiert, von welchen Corona-Beschränkungen vollständig Geimpfte und von einer Infektion Genesene ausgenommen werden könnten.

Darauf hätte die NRW-Landesregierung warten sollen, argumentierte Lauterbach. "Ich verstehe nicht, warum so knapp, bevor wir das tun, erneut eine Einzellösung probiert wird."

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In Nordrhein-Westfalen gelten von diesem Montag an wie in vielen anderen Bundesländern erste Erleichterungen für vollständig gegen das Coronavirus geimpfte Menschen. Wer seit 14 Tagen vollständig geimpft ist oder vor mehr als 28 Tagen bereits mit dem Virus infiziert war, muss dann im Einzelhandel oder beim Frisör keinen negativen Schnelltest mehr vorweisen.

Auch die Bundesregierung hat Regelungen für vollständig Geimpfte in Aussicht gestellt - der späteste Termin für eine Entscheidung des Bundesrats sei der 28. Mai, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) am Donnerstag.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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