Karl Lauterbach sieht "erhebliche Dunkelziffer" bei Corona-Infektionen

Berlin - Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (59, SPD) geht von einer "erheblichen Dunkelziffer" bei Corona-Infektionen aus. "Ich glaube, dass die Zahlen, die wir haben, zuverlässig sind, aber nicht vollständig", sagte der SPD-Politiker am Freitag in Berlin.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (59, SPD) kritisierte auch die "Verharmlosung" bei einer Diskussion um Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (59, SPD) kritisierte auch die "Verharmlosung" bei einer Diskussion um Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.  © Michael Kappeler/dpa

Es gebe eine Untererfassung bei Menschen, die einen positiven Schnelltest nicht durch einen PCR-Test bestätigen ließen.

"Daher rechnen wir mit einer Dunkelziffer, dass die Gesamtzahl drei bis vier Mal so hoch ist, wie das, was wir jetzt auswerten. Und das bedeutet, dass wir derzeit möglicherweise nicht also 100.000 neue Fälle haben, sondern, wenn man alle Fälle zählen würde, bis zu 400.000 Fälle."

Lauterbach stellte am Freitag eine Kampagne unter dem Motto "Ich schütze mich" vor, die für Impfungen, aber auch für gegenseitige Vorsicht und Schutz mit Masken werben soll.

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Dabei kritisierte er auch die "Verharmlosung" bei der Diskussion um Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Ob jemand "mit" oder "an" Corona gestorben sei, werde von Laien falsch bewertet. "Denn wenn ich mit Corona sterbe, kann es trotzdem so sein, dass ich ohne die Corona-Infektion nicht gestorben wäre", sagte Lauterbach.

"Das kriegen viele nicht auseinander. Die denken dann, mit Corona gestorben bedeutet, der wäre sowieso gestorben."

Zudem steige durch eine Corona-Infektion für ein Jahr auch die Wahrscheinlichkeit an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben.

"Derjenige, der jetzt Corona gehabt hat und sechs Monate später an einem Herzinfarkt stirbt, der kommt nie in die Corona-Statistik", erklärte Lauterbach. "Die müssten aber eigentlich auch gezählt werden. Weil der Mensch wäre ohne die Infektion nicht gestorben." Diese Verharmlosung sei nicht angemessen.

Titelfoto: Michael Kappeler/dpa

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