Karl Lauterbach warnt vor neuer Corona-Variante B.1.1.529: "Müssen Zeit gewinnen"

Köln – Wie schlimm ist die neue Corona-Variante B.1.1.529? Die Version löst international große Besorgnis aus. Auch Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD, 58) warnt vor einer Verbreitung und rechnet sogar mit kurzfristigen Konsequenzen für Reisende.

Karl Lauterbach (58, SPD) ist angesichts der neuen Corona-Variante B.1.1.529 in großer Sorge.
Karl Lauterbach (58, SPD) ist angesichts der neuen Corona-Variante B.1.1.529 in großer Sorge.  © Kay Nietfeld/dpa

Die Variante, die zuerst im südafrikanischen Raum nachgewiesen wurde, wird derzeit von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf ihre Gefahr hin untersucht.

Experten befürchten, dass sie wegen ungewöhnlich vieler Mutationen hoch ansteckend sei. Auch ist bislang unklar, ob Corona-Impfungen überhaupt wirksam gegen die neue Version sind.

Spezialisten aus dem Vereinigten Königreich hätten die Variante B.1.1.529 als sehr gefährlich eingestuft, twitterte Karl Lauterbach am Donnerstagabend. "Reisebeschränkungen könnten schnell notwendig werden."

Lauterbach äußert sich zu Omikron-Variante: Wie hoch ist die Impfschutz-Wirkung?
Karl Lauterbach Lauterbach äußert sich zu Omikron-Variante: Wie hoch ist die Impfschutz-Wirkung?

In der Nacht auf Freitag legte der SPD-Politiker und Gesundheitsexperte nach und teilte eine Grafik.

Diese zeigt, dass sich die neue Variante in Südafrika offenbar um ein Vielfaches schneller verbreitet als andere besorgniserregende Corona-Versionen wie etwa die Delta-Variante. Für Lauterbach ein alarmierendes Zeichen.

Karl Lauterbach über die neue Corona-Variante bei Twitter

Neue Corona-Variante: Erste Länder ziehen Konsequenzen

"Hoffentlich bestätigt sich nicht, was diese Grafik zeigt", schreibt der Mediziner bei Twitter. Ansonsten müssten sofort Reisebeschränkungen erfolgen.

"Wir müssen Zeit gewinnen. Nichts ist schlimmer als eine neue Variante in eine laufende Welle hinein", warnt Lauterbach.

Erste Länder haben am Freitag bereits Konsequenzen gezogen, wie die "Tagesschau" berichtet. Die britische Regierung schränkt demnach den Flugverkehr aus Südafrika, Lesotho, Botswana, Simbabwe, Namibia und Eswatini ein.

Israel hat ein Einreiseverbot gegen Ausländern aus besagten Ländern sowie aus Mosambik verhängt. Rückkehrer müssen bis zu 14 Tage in Quarantäne in ein Corona-Hotel.

Auch Japan und Singapur haben ihre Grenzkontrollen für Reisende aus Südafrika und andere afrikanische Staaten verschärft.

Jens Spahn kündigt Reisebeschränkungen bei Twitter an

Deutschland und Österreich ziehen nach. Südafrika werde zum Virusvariantengebiet erklärt, twitterte Noch-Gesundheitsminister Jens Spahn (41, CDU).

"Mit Inkrafttreten heute Nacht dürfen Fluggesellschaften nur noch Deutsche nach Deutschland befördern, außerdem gelten 14 Tage Quarantäne für alle, auch Geimpfte."

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa

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