Lauterbach hat genug von den Bedrohungen und twittert Anzeigen-Stapel

Berlin - Karl Lauterbach (58) hat endgültig die Faxen dicke. Der SPD-Gesundheitsexperte sieht sich aufgrund seines politischen Engagements in der Corona-Pandemie immer wieder massiver Kritik ausgesetzt.

Karl Lauterbach (58) ist eines der Gesichter der Corona-Pandemie. Auf Twitter hat der 58-Jährige jetzt offen über die gegen ihn gerichteten Drohungen gesprochen. (Archivfoto)
Karl Lauterbach (58) ist eines der Gesichter der Corona-Pandemie. Auf Twitter hat der 58-Jährige jetzt offen über die gegen ihn gerichteten Drohungen gesprochen. (Archivfoto)  © Kay Nietfeld/dpa

Lauterbach fordert seit längerem einen erneuten harten Lockdown, um die dritte Infektionswelle zu brechen. Nicht zuletzt deshalb wird der Politiker und Arzt massiv angefeindet. Jetzt holt er zum Gegenschlag aus und geht gegenüber seinen Hatern in die Offensive.

Auf Twitter hat der 58-Jährige jetzt offen über die gegen ihn gerichteten Drohungen gesprochen und demonstrativ einen Stapel von ihm erstatteter Anzeigen fotografiert und auf der Social-Media-Plattform hochgeladen.

"Ich bringe nur das Nötigste zur Anzeige. Drohungen, Aufrufe zur Gewalt und Straftaten, menschenverachtende Beleidigungen der letzten Wochen", schreibt Lauterbach bei Twitter über die Aufnahme.

Und ergänzt: "Trotzdem habe ich gerade wieder 59 Anzeigen unterschrieben!"

Er wisse, dass es auch vielen anderen Wissenschaftlern so gehe, die gegen die Pandemie kämpfen, so Lauterbach. Das Foto wurde bereits tausendfach geteilt.

Erst vor einigen Tagen war sein Auto von Unbekannten mit Farbe beschmiert worden. Der 58-Jährige zeigte sich daraufhin auf Twitter gewohnt kämpferisch: "Mein geliebter Smart (...) sieht schrecklich aus. Aber wir werden nie aufgeben. Wir sind viele...", heißt es in der Mitteilung.

Mit diesem Tweet reagiert Lauterbach auf die andauernden Bedrohungen

Familie von Karl Lauterbach erhält Schutzmaßnahmen

Der SPD-Politiker und Arzt zählt zu den exponiertesten Persönlichkeiten in der Debatte um die Maßnahmen gegen das Coronavirus. Das liegt vor allem an seiner Doppelqualifikation als Politiker und Wissenschaftler.

Der 58-Jährige erhält sogar Morddrohungen und nimmt daher nach eigener Aussage Sicherheitsangebote zum Schutz seiner Familie wahr.

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa

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