Lauterbach warnte vor Wochen: So eskaliert die Corona-Lage jetzt!

Leverkusen/Berlin - Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach (58, SPD) warnte vor Wochen vor der vierten Corona-Welle. Er riet dazu, Karnevalsfeiern abzusagen, er riet dazu, Booster-Impfungen hochzufahren.

Karl Lauterbach (58, SPD) spricht sich für den "Lockdown für Ungeimpfte" aus.
Karl Lauterbach (58, SPD) spricht sich für den "Lockdown für Ungeimpfte" aus.  © Oliver Berg/dpa

Die geschäftsführende Bundesregierung machte bis zu diesem Wochenende wenig.

Erst an diesem Montag diskutierten die künftigen Regierungsbeteiligten von SPD, Grüne und FDP über strengere Corona-Maßnahmen.

Für Karl Lauterbach, der immer wieder vehement für einen strikteren Corona-Kampf warb, kommen die jetzt angedachten neuen Regeln viel zu spät.

Karl Lauterbach: Nach Omikron-Welle sei Zeit für Lockerungen gekommen
Karl Lauterbach Karl Lauterbach: Nach Omikron-Welle sei Zeit für Lockerungen gekommen

Auf Twitter brachte er die Lage mit einigen Beiträgen auf den Punkt. Dabei berief er sich stets auf wissenschaftliche Zahlen und Fakten.

"Die Unterschiede der Inzidenz zwischen den Geimpften und Ungeimpften ist gigantisch." Hierfür zeigte er zum Beispiel Zahlen aus Sachsen.

Sein Urteil: "Es ist und bleibt [eine] Pandemie der Ungeimpften. Das bedeutet: Diese Welle kann man durch Booster-Impfungen alleine nicht brechen. Der Quasi-Lockdown der Ungeimpften ist ein Muss. Es geht nicht anders."

Ein hartes Urteil, wenngleich auch Corona-Geimpfte bekanntlich das Virus übertragen können.

Ebenso bezog Lauterbach auch gegen Menschen Stellung, die immer noch nicht an das Coronavirus glauben oder sich strikt gegen nachgewiesene Schutzmaßnahmen wenden.

"Wir müssen in den nächsten Wochen notwendige Operationen von Schwerkranken absagen, nur weil zu viele lieber Schwurblern als der Wissenschaft vertrauen." Menschen sterben, weil Ungeimpfte, die sich längst hätten impfen lassen können, die Krankenhäuser verstopfen!

Lockdown für Ungeimpfte kommt zu spät

Auch bei den von ihm Ende Oktober geforderten Booster-Impfungen hat der studierte Mediziner seine klare Meinung. "Es ist schon länger klar, dass die Booster-Impfung allen nach 6 Monaten eine geradezu riesige Verbesserung der Immunität gibt. Boostern beendet die 4. Welle aber nicht, weil es zu lange dauert, 50 Mio. Booster-Impfungen zu geben."

Die Bundesregierung hatte zwischenzeitlich die Impf-Stellen in den Landkreisen wieder abbauen lassen. Auch die kostenlosen Tests wurden eingestellt. Sie kosteten etwa eine Milliarde Euro pro Monat.

Die jetzt angedachten 2G plus, 2G- und 3G-Maßnahmen, die auf den Weg gebracht werden sollen, können die vierte Corona-Welle erst in ein bis zwei Wochen abmildern. Bis dahin werden Patientenzahlen in den Intensivstationen noch drastisch steigen. Der "Lockdown für Ungeimpfte" käme also für viele Menschen zu spät.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

Mehr zum Thema Karl Lauterbach: