"Mangelnde Wertschätzung": Kritik an Lauterbachs Plänen für gesetzliche Krankenkassen

Weimar - Die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen (KVT) hat mit Unmut auf die Pläne von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (59, SPD) zur Deckung des Defizits der gesetzlichen Krankenkassen reagiert.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (59, SPD) ist bei seinem Vorschlag für gesetzliche Krankenkasse nicht auf sonderlich viel Gegenliebe gestoßen.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (59, SPD) ist bei seinem Vorschlag für gesetzliche Krankenkasse nicht auf sonderlich viel Gegenliebe gestoßen.  © Jörg Carstensen/dpa

Insbesondere der Vorschlag zur Streichung der Neupatientenregelung des Terminservice- und Versorgungsgesetzes werde kritisch gesehen, teilte die KVT am Mittwoch mit.

Die erst 2019 eingeführte Regelung sieht für die Behandlung von Neupatienten, die über die Terminservicestelle vermittelt wurden, eine leistungsbezogene Vergütung vor. Damit sollten auch hoch ausgelastete Praxen einen Anreiz haben, kurzfristig Termine für Patienten anzubieten, auch wenn diese bislang nicht zum Patientenstamm gehörten.

Die vorgeschlagene Streichung dieser Regelung sei de facto eine Leistungskürzung für die Patienten und eine Honorarkürzung für die ambulante Ärzte- und Psychotherapeutenschaft, kritisierte die erste KVT-Vorsitzende Annette Rommel. "Letztlich ist dies ein Zeichen mangelnder Wertschätzung der durch die Pandemie ohnehin überausgelasteten Praxen."

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Zur Deckung eines Defizits von 17 Milliarden Euro hatte Lauterbach ein Maßnahmenpaket vorgeschlagen.

Dazu gehören unter anderem auch höhere Beiträge der gesetzlich Krankenversicherten, ein höherer Steuerzuschuss, ein Bundesdarlehen, Entnahmen aus dem Gesundheitsfonds der Krankenkassen sowie Einsparen über Effizienzsteigerungen der Kassen.

Der Idee Lauterbachs stieß nach Bekanntwerden bundesweit auf breite Kritik.

Titelfoto: Jörg Carstensen/dpa

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