Nächtliche Farb-Attacke auf Auto von Karl Lauterbach!

Köln – Auf das Auto des SPD-Bundestagsabgeordneten Karl Lauterbach (58) haben Unbekannte am Freitag in Köln einen Farbanschlag verübt. Das bestätigte am Samstag ein Sprecher der Polizei.

Der SPD-Politiker Karl Lauterbach (58) hat mit heftigen Anfeindungen zu kämpfen. Jüngst wurde sein Privatauto mit Farbe beschmiert.
Der SPD-Politiker Karl Lauterbach (58) hat mit heftigen Anfeindungen zu kämpfen. Jüngst wurde sein Privatauto mit Farbe beschmiert.  © Kay Nietfeld/dpa

Einer Nachbarin sei das verschmierte Auto aufgefallen. Sie habe gegen 22.40 Uhr die Polizei verständigt, teilte die Polizei mit.

Die Unbekannten hätten in der Nacht einen Farbeimer über das Auto gekippt. Auch die Scheiben seien verschmutzt, schreibt Lauterbach bei Twitter.

"Mein geliebter Smart (..) sieht schrecklich aus". Er könne den Wagen nicht mehr fahren.

"Aber wir werden nie aufgeben. Wir sind viele...", heißt es in der Mitteilung.

Damit bezieht sich Lauterbach auf einen Tweet der Grünen-Politikerin Ricarda Lang (27), die nach eigenen Angaben ebenfalls von einem Farbanschlag betroffen war. Die Namen auf dem Klingelschild ihrer Privatwohnung seien rot durchgestrichen worden.

"Wir werden die Angst nicht gewinnen lassen", schrieb sie. "Meine Resignation bekommt ihr niemals, aber unser aller Widerstand."

Karl Lauterbach zählt zu den exponiertesten Persönlichkeiten in der Debatte um die Maßnahmen gegen das Coronavirus. Der SPD-Politiker und Arzt erhält sogar Morddrohungen und nimmt daher nach eigener Aussage Sicherheitsangebote zum Schutz seiner Familie wahr.

Bei Twitter bestätigt Karl Lauterbach den Farbanschlag

Update, 15.48 Uhr: Politiker verschiedener Parteien zeigten sich solidarisch

Die Polizei habe dem SPD-Politiker Präventionshinweise gegeben und habe die "Intensität der polizeilichen Maßnahmen erhöht", hieß es in einer Mitteilung. "Wir haben da jetzt verstärkt ein Auge drauf", sagte ein Sprecher. Details wollte er dazu nicht nennen.

Politiker verschiedener Parteien zeigten sich solidarisch. Linksfraktionschef Dietmar Bartsch (63) schrieb auf Twitter an Lauterbach gerichtet, er wisse: "Du wirst dich nicht einschüchtern lassen."

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt (54) sprach von einem feigen Versuch der Einschüchterung. "Solche Angriffe sind Angriffe auf unsere Demokratie."

Auch FDP-Chef Christian Lindner (42) verurteilte den Vorfall. Man könne unterschiedlicher Meinung sein, davon lebe die Demokratie, schrieb er auf Twitter.

"Aber Gewalt oder Einschüchterung haben in der politischen Auseinandersetzung nichts verloren. Karl Lauterbach und ich streiten gerne - hier hat er meine volle Solidarität."

Update, 19. April, 18.55 Uhr: Staatsschutz ermittelt

Nach dem Farbanschlag auf das Auto des SPD-Bundestagsabgeordneten ermittelt der Staatsschutz des Kölner Polizeipräsidiums. Es werde von einem politisch motivierten Hintergrund der Tat ausgegangen, teilte ein Polizeisprecher am Montag mit.

Die Ermittlungen dauerten an, es gebe keinen konkreten Tatverdächtigen.

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa

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