"Peinlich, ganz ehrlich": Zoff zwischen Karl Lauterbach und Sahra Wagenknecht geht weiter

Köln – Nach dem viel kritisierten Auftritt von Linke-Politikerin Sahra Wagenknecht (52) bei "Anne Will" holt Karl Lauterbach (SPD, 58) erneut gegen die Impf-"Skeptikerin" aus. Der Gesundheitsexperte bezeichnete den Inhalt eines Twitter-Posts seiner Polit-Kollegin als "ganz peinlich".

Sahra Wagenknecht (Linke, 52) hat sich wiederholt skeptisch gegenüber Corona-Impfstoffen geäußert.
Sahra Wagenknecht (Linke, 52) hat sich wiederholt skeptisch gegenüber Corona-Impfstoffen geäußert.  © Kay Nietfeld/dpa

Trotz eines Shitstorms und heftigen Gegenwindes aus der eigenen Partei beharrt Wagenknecht auf ihrer Position. Die Bundestagsabgeordnete hatte in der ARD-Talkshow "Anne Will" vor wenigen Wochen umstrittene Aussagen getätigt.

Demnach hat sich Wagenknecht bislang nicht gegen das Coronavirus impfen lassen, weil sie sich Sorgen um Nebenwirkungen und Langzeitfolgen mache. Sie wolle warten, bis es eine "Totstoff-Impfung" gibt, oder bis "Langzeitstudien" zu aktuellen Impfungen ihr ein "sicheres Impfen" garantieren können.

Lauterbach, der auch im Studio saß, hielt dagegen. Die Impfstoffe seien gewissenhaft geprüft worden. Dass man nichts über sie wisse, sei daher falsch. "Sie erzählen Unsinn!", warf der Mediziner Wagenknecht vor.

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Doch die ließ sich nicht überzeugen und verteidigte ihre Ansichten auch im Nachhinein. Dennoch sehe sie sich selber nicht als Corona-Leugnerin.

Nun legte Wagenknecht in einem Tweet noch einmal nach - Lauterbach reagierte prompt.

Karl Lauterbach reagiert auf Tweet von Sahra Wagenknecht

Karl Lauterbach: "Der 'vorsichtige Ungeimpfte' existiert nicht"

Karl Lauterbach (SPD, 58) schießt gegen die Corona-Aussagen von Sahra Wagenknecht (Linke, 52).
Karl Lauterbach (SPD, 58) schießt gegen die Corona-Aussagen von Sahra Wagenknecht (Linke, 52).  © Kay Nietfeld/dpa

Geimpften sei mit "2G" eine falsche Sicherheit eingeredet worden, schrieb Wagenknecht bei Twitter und zitierte dazu den Virologen Alexander Kekulé (63).

Studien würden zeigen, "dass die Ansteckungsgefahr bei vorsichtigen Ungeimpften geringer ist als bei denjenigen Geimpften, die glauben, ihnen könne nichts passieren." Darunter teilte sie einen entsprechenden Bericht der "Welt".

Lauterbach wollte das so nicht stehen lassen und setzte seinerseits einen Tweet ab. "Peinlich, ganz peinlich", wirft er Wagenknecht darin vor. Der "vorsichtige Ungeimpfte" existiere nicht.

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"Wer sich nicht impfen lässt, ist grundsätzlich nicht vorsichtig. Er riskiert das Leben anderer Menschen", stellt der SPD-Politiker klar und erhält dafür innerhalb weniger Stunden tausende Likes.

Wagenknecht ging bislang nicht auf die Kritik ein. Das letzte Wort dürfte in dieser Debatte aber noch nicht gefallen sein.

Titelfoto: Montage: Kay Nietfeld/dpa

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