"Teil eines Fiaskos": Karl Lauterbach mit harter Kritik gegen Stadt Köln

Köln - Gesundheitsexperte und SPD-Politiker Karl Lauterbach (58) kritisiert die Kölner Anti-Corona-Politik mit deutlichen Worten.

Karl Lauterbach (58) kritisierte die Stadt Köln für harmlose Corona-Regeln während der vierten Welle.
Karl Lauterbach (58) kritisierte die Stadt Köln für harmlose Corona-Regeln während der vierten Welle.  © Kay Nietfeld/dpa

"In Köln waren Karneval und Fussball Teil eines Fiaskos, welches sich jetzt anbahnt. Die Intensivstation der Uniklinik arbeitet am absoluten Limit", urteilte er am Freitagnachmittag bei Twitter.

Dabei ging er auf die hohen Corona-Inzidenzwerte der Millionenmetropole ein.

Köln verzeichnete am Freitag nach wie vor die in ganz NRW höchste Sieben-Tage-Inzidenz, sie stieg auf 454,1. Münster lag bei nur 133.

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Die Auswirkungen des Fußball-Derbys mit 50.000 anreisenden Fans dürften hierbei noch nichtmal voll durchschlagen.

Lauterbach fand klare Worte zu den aktuellen hohen Zahlen aus Köln.

"Wir haben das falsche Signal gesetzt: Fußball in vollen Stadien, Weihnachtsmärkte werden betrieben. Dazu werden in den Innenstädten die geltenden Regeln kaum kontrolliert. Ich bin ständig unterwegs und sehe das", so der Experte im Express-Interview.

Maskenpflicht auf Kölner Weihnachtsmärkten

Da die hohen Infektionszahlen mit etwa zwei bis drei Wochen Nachlauf die Anzahl der Intensiv-Patienten in den Kliniken steigen lässt, warnte Lauterbach auch erneut an dieser Stelle: "Vor kurzem konnte die Uniklinik noch Patienten aus anderen Bundesländern aufnehmen, und jetzt? Da muss mehr passieren, die Stadt ist gefordert."

Eine wachrüttelnde WDR-Doku zeigt aktuell die belastende Arbeit der Mediziner und Pfleger der Kölner Uniklinik.

Die Stadt Köln hatte zuletzt kurzfristig eine Maskenpflicht auf den Weihnachtsmärkten eingeführt. Allerdings erst Tage nach der Eröffnung. Zusätzlich wurde eine neue Maskenpflicht in den Einkaufsstraßen Schildergasse und Hohe Straße eingeführt.

Die Stadt hatte zuletzt mit Kontrollzahlen belegt, dass auf den Weihnachtsmärkten stichprobenartig die geltenden Corona-Regeln überprüft werden. Seit Einführung der Maskenpflicht hätten die Mitarbeiter des Ordnungsdienstes bisher mehr als 11.000 Ansprachen geführt.

An diesem Wochenende sollen vom Ordnungsdienst Schwerpunktkontrollen durchgeführt werden. Verstöße gegen die Maskenpflicht werden mit einem Bußgeld von 150 Euro geahndet.

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa

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