Markus Söder stellt sich nicht gegen Warnung vor "Klima-RAF"

München - Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder (55) stellt sich nicht gegen die Warnung, dass Klimaaktivisten zu einer "Klima-RAF" werden könnten.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (55, CSU) sieht die Wortwahl von CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt (52) nicht kritisch.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (55, CSU) sieht die Wortwahl von CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt (52) nicht kritisch.  © Sven Hoppe/dpa

"Es besteht immer die Gefahr, dass bei einer großen Bewegung ein kleiner Kern beginnt, aggressiver und radikaler zu werden", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe auf die Frage, ob "Klima-RAF" auch seine Wortwahl sei.

Und weiter: "Alexander Dobrindt (52) hat auf ein Phänomen hingewiesen und gewarnt, was sich daraus entwickeln könnte. Die große Mehrheit der Deutschen hält Straßenblockaden für falsch."

CSU-Landesgruppenchef Dobrindt hatte kürzlich entsprechend gefordert, die Entstehung einer "Klima-RAF" müsse verhindert werden. An diesem umstrittenen Vergleich hält der 52-Jährige trotz teilweise deutlicher Kritik auch weiterhin fest.

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Mit dem Ausdruck bezog sich Dobrindt auf die Rote Armee Fraktion (RAF), die in der Bundesrepublik über Jahrzehnte als Inbegriff von Terror und Mord galt. Den Linksterroristen fielen von 1970 bis Anfang 1990 mehr als 30 Menschen zum Opfer.

In München war es im Freistaat in der jüngsten Vergangenheit ähnlich wie in anderen Städten Deutschlands wiederholt zu Straßenblockaden von Klimaschutzaktivisten gekommen, die sich meist mit den Händen an der Fahrbahn festgeklebt hatten.

"In Bayern gibt es Gewahrsam für diejenigen, die neue Straftaten ankündigen", sagte der bayerische Ministerpräsident und schob zum Umgang mit den Klimaaktivisten noch nach: "Wir brauchen in ganz Deutschland eine klare Linie."

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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