"Erhebliche Probleme": Markus Söder wirft Bundesregierung Versäumnisse vor

Nürnberg - CSU-Chef Markus Söder (55) hat die Strategie der Bundesregierung im Kampf gegen die Energiekrise grundsätzlich infrage gestellt.

CSU-Chef Markus Söder (55, r.) beim ZDF-Sommerinterviews mit Shakuntala Banerjee (49).
CSU-Chef Markus Söder (55, r.) beim ZDF-Sommerinterviews mit Shakuntala Banerjee (49).  © Daniel Karmann/ZDF/dpa

"Putin betreibt mit uns ein Spiel und die Frage ist, ob wir auf dieses Spiel richtig vorbereitet sind", sagte Bayerns Ministerpräsident im Sommerinterview des ZDF, das am Sonntag in Nürnberg aufgezeichnet wurde.

"Es besteht schon die Gefahr, dass bei uns erhebliche Verwerfungen und Probleme drohen", so der 55-Jährige.

Preise explodierten, die Versorgungslage werde schwieriger. Bisher gebe es trotz der Versuche der Regierung keinen adäquaten Ersatz für russisches Gas. Gleichzeitig nehme Russland aus Deutschland mehr Geld ein als vor der Krise.

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"Deutschland hat eine Entscheidung getroffen, nämlich weniger Waffen zu liefern, dafür bei der Energie einen anderen Weg zu gehen. Jetzt muss aber auch Deutschland, die deutsche Bundesregierung, einen Weg finden, dass unser Land nicht so leidet", sagte Söder.

Der Ministerpräsident verteidigte den bayerischen Weg bei den Erneuerbaren Energien. "Bayern leistet mit den größten Anteil an Erneuerbaren Energien in Deutschland. Das ist einfach Fakt."

Bayern sei beim Zubau führend unter den Bundesländern.

Laut Söder geht Bayern bei erneuerbaren Energien voran

Bei der Windenergie sei der Zubau von 1000 Anlagen im Freistaat wahrscheinlich. Darüber hinaus gebe es Pläne für natürliche CO2-Speicher in Mooren, Agrarfotovoltaik sowie den Ausbau von Bioenergie und Wasserkraft.

"Wir geben pro Jahr eine Milliarde Euro für die Erneuerbaren Energien aus", sagte Söder. Bei dem Thema sei der Freistaat "wie Bayern München beim Fußball - wir wollen natürlich immer noch besser werden, aber die anderen sehen wir da nicht einmal."

Auch bei der E-Mobilität sei Bayern führend.

Titelfoto: Daniel Karmann/ZDF/dpa

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