Faktencheck: Söder auf Borkum? Staatskanzlei spricht von "absurder Verschwörungstheorie"

München - Dass hinter nahezu jedem größeren Ereignis ein gigantischer Plan stehen muss, ist bei den Verschwörungsideologen nichts Neues und gehört im Grunde zur Grundausstattung der modernen Märchen.

(Un-)beliebt bei Verschwörungsideologen: Ministerpräsident Markus Söder (53).
(Un-)beliebt bei Verschwörungsideologen: Ministerpräsident Markus Söder (53).  © Matthias Balk/dpa

Das bekommt derzeit auch CSU-Chef Dr. Markus Söder (53) zu spüren. Denn der aufgrund seiner Politik in Sachen Anti-Corona-Maßnahmen oft in die Kritik geratene Ministerpräsident ist nun Teil einer "absurden Verschwörungstheorie", wie sie von der Bayerischen Staatskanzlei bezeichnet wird.

So heißt es in einem Beitrag, der aktuell durch die sozialen Medien geistert: "Markus Söder war über die kompletten Feiertage mit seiner ganzen Familie auf der Insel Borkum." Der Satz ist durchgehend in Großbuchstaben verfasst.

Als angebliche Quelle wird sein Sohn genannt. Ob es sich dabei um den 13- oder den 16-jährigen männlichen Spross handelt, der hier zum vermeintlichen Whistleblower gegen seinen Vater in Erscheinung trat, und wie genau diese Informationen geleakt worden sein sollen, wird nicht mitgeteilt.

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Ein durchaus kritikwürdiges Verhalten, angesichts der sogenannten Coronavirus-"Lockdown"-Maßnahmen, von denen die Bundesrepublik aktuell betroffen ist.

Allerdings soll der Wahrheitsgehalt dieser Internet-Nachricht eher von überschaubarer Natur sein, wie die Staatskanzlei mitteilte: "Das ist erneut eine absurde Verschwörungstheorie", teilte ein Sprecher auf dpa-Nachfrage mit. Der Ministerpräsident sei demnach "an Silvester zu Hause in Nürnberg" gewesen.

"Von Verschwörungstheoretikern und Querdenkern verbreitet."

Gegen diese "absurde Verschwörungstheorie" wehren sich CSU und Staatskanzler.
Gegen diese "absurde Verschwörungstheorie" wehren sich CSU und Staatskanzler.  © Screenshot/Facebook

Markus Söder sei außerdem "noch nie auf Borkum" gewesen.

Auch der Generalsekretär der CSU in München, Markus Blume (45), twitterte: "Silvester auf Borkum!? So ein bösartiger Unfug wird von Verschwörungstheoretikern und Querdenkern verbreitet."

Kurz vor seinem angeblichen Trip auf die größte der Ostfriesischen Inseln war Söder abseits seines politischen Handelns in die Schlagzeilen geraten, weil er sich in Quarantäne begab (TAG24 berichtete).

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Nachdem Bayerns Staatskanzleichef Florian Herrmann (49, CSU) positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurde und sich Söder als potenzielle "Kontaktperson 1" einstufte, begab sich der Ministerpräsident vorsorglich in die Isolation.

"Aus Vorsicht", wie er selbst mitteilte, verbrachte er seine Zeit daraufhin im Homeoffice. Innerhalb weniger Tage konnten zwei durchgeführte Tests bei dem 53-Jährigen selbst aber keine Infektion aufzeigen.

Titelfoto: Montage: Screenshot/Facebook + Matthias Balk/dpa

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