Während er zur Vorsicht mahnt: Markus Söders Tochter macht Urlaub im Risikogebiet

München - Beim Beschließen der Corona-Maßnahmen preschte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (54, CSU) oft voraus, inszenierte sich als Hardliner. Gebetsmühlenartig predigte er "Vorsicht". Doch mit dem Luxus-Urlaub seiner Tochter Gloria (22) im Risikogebiet Monaco hat der CSU-Chef kein Problem.

Markus Söder (54, CSU), Ministerpräsident von Bayern.
Markus Söder (54, CSU), Ministerpräsident von Bayern.  © Peter Kneffel/dpa

Gloria Sophie ist Söders Tochter aus einer Beziehung vor dessen Hochzeit mit seiner heutigen Ehefrau Karin Baumüller-Söder (47), mit der er weitere drei Kinder hat.

Die 22-Jährige postete in den vergangenen Tagen einige Schnappschüsse aus dem Urlaub in Monaco. Das Pikante dabei: das Fürstentum gilt als Corona-Risikogebiet.

"Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Monaco wird aufgrund hoher Infektionszahlen gewarnt", heißt es auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes.

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Auf den Bildern auf ihrem Instagram-Account trägt Söders Tochter zudem nie eine Maske, obwohl das Auswärtige Amt darauf hinweist: "In der Öffentlichkeit ist das Tragen von Gesichtsmasken verpflichtend. Ausnahmen gelten nur für Kinder unter fünf Jahren und Personen, die Sport treiben."

RTL hat Markus Söder bei einem Termin am Chemiestandort Leuna (Sachsen-Anhalt) getroffen und ihn auf Glorias Corona-Reise angesprochen. Dessen Antwort blieb jedoch sehr allgemein.

Markus Söders Tochter Gloria auf Instagram

Plötzlicher Sinneswandel bei Söder? "Wer nach Mallorca fliegt, darf das mit ruhigem Gewissen tun"

"Ich wünsche jedem, dass er jetzt in den Pfingstferien endlich eine Zeit zum Entspannen hat, dass er die Urlaubszeiten schön wahrnimmt – das kann man an der Küste machen oder das kann man in Bayern machen", sagte der Ministerpräsident gegenüber dem Kölner Sender.

Die Antwort eines absoluten Politik-Profis. Söder schafft es, weder seine Tochter noch das Fürstentum Monaco mit einem Wort zu erwähnen und wischt die Frage weg.

Am Montag sagte der 54-Jährige zudem den Zeitungen der Funke Mediengruppe, dass ein "Tapetenwechsel drin sein" müsse. Man solle den Menschen kein schlechtes Gewissen machen, wenn sie wegfahren wollten, sagte Söder. "Wer nach Mallorca fliegt, darf das mit ruhigem Gewissen tun". Ein plötzlicher Sinneswandel?

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa + Instagram/Gloria Sophie

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