Krankenhaus-Ampel, 3G, FFP2-Befreiung und offene Clubs? Neue Regeln für Bayern erwartet

München - Alles einfacher, alles lockerer? Am Dienstag will das Kabinett über neue Corona-Maßnahmen im Freistaat entscheiden. Dabei könnte der Inzidenzwert an Aussagekraft für die Maßnahmen verlieren.

Fällt die Maske? Am Dienstag könnte das Kabinett auch über die Verordnungen zu den FFP2-Masken abstimmen. (Symbolbild)
Fällt die Maske? Am Dienstag könnte das Kabinett auch über die Verordnungen zu den FFP2-Masken abstimmen. (Symbolbild)  © Peter Kneffel/dpa

Schon seit einigen Tagen wirbt Ministerpräsident Markus Söder (54, CSU) dafür, sich mehr an der Zahl der Krankenhausbelegung zu orientieren - und weniger an der reinen Zahl der Infektionen.

Eine Impfung schützt laut mehrerer Studien - auf die unter anderem das RKI hinweist - schließlich nicht vor einer Ansteckung. Das Virus könne trotzdem den Körper erreichen - allerdings "kennt" das Immunsystem dann bereits seinen "Gegner". Die Impfung schützt also vor allem vor der Erkrankung, beziehungsweise vor schweren Verläufen.

Außerdem geben Geimpfte laut RKI in der Regel das Virus deutlich weniger weiter als Ungeimpfte. Ein Argument, das für Lockerungen sprechen könnte. Aus der "Corona-Ampel" wird eine "Krankenhaus-Ampel".

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Vor wenigen Tagen hatte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (56, CSU) bereits von einer "Pandemie der Ungeimpften" gesprochen. Die Inzidenz lag vor dem Wochenende bei nicht geimpften Personen in Bayern bereits bei über 110. Bei Geimpften war der Wert einstellig.

Es ist daher zu erwarten, dass nach der Kabinettssitzung vor allem die sogenannten 3G-Regeln im Freistaat an Bedeutung gewinnen.

Geimpfte, Genesene und Getestete könnten demnach mehr von ihren Freiheiten zurückbekommen. Holetschek schloss auch eine 2G-Umsetzung nicht vollständig aus.

Koalitionsfrieden kurz vor der Bundestagswahl?

Söder hatte sich bereits Mitte Juli für mehr Freiheiten für Geimpfte ausgesprochen: "Ich glaube, der erste Ansatz, den wir dringend brauchen, ist mehr Freiheiten für Geimpfte."

Dazu gehöre unter anderem der Wegfall von Quarantäne-Vorschriften für zweifach Geimpfte und "ab Herbst auf jeden Fall die Öffnung von Clubs und Nachtgastronomie", so der Ministerpräsident damals.

Wenige Tage vor der Bundestagswahl könnten durch die Neu-Orientierung also auch die Partygänger in Bayern profitieren. Vor allem könnte die angekündigten einfacheren Regeln zu einem Koalitionsfrieden zwischen der vorsichtigen CSU und den Lockerungs-freudigeren Freien Wählern sorgen.

In der neuen Corona-Verordnung für Bayern könnte auch die - zumindest teilweise - Aufhebung der FFP2-Maskenpflicht eine Rolle spielen.

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

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