Österreicher sauer auf Söder: "Tirol-Bashing" und "Egotrip" führen zu Spannungen

München/Innsbruck - Tirols Landeschef Günther Platter (66) ist mit Bayerns Regierungschef Markus Söder (53, CSU) unzufrieden.

Tirols Landeschef Günther Platter (66) nimmt sein bayerisches Pendant hart in die Kritik. (Archiv)
Tirols Landeschef Günther Platter (66) nimmt sein bayerisches Pendant hart in die Kritik. (Archiv)  © Matthias Balk/dpa

"Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder befindet sich momentan auf einem Egotrip", sagte der konservative ÖVP-Landeshauptmann der "Tiroler Tageszeitung" vom Samstag.

"So eine Formulierung verwende ich sonst nicht. In diesem Fall tue ich das aber ganz bewusst, weil Söders Tirol-Bashing, die ständige und abschätzige Erwähnung von Ischgl, nicht in Ordnung ist. Ich bin schwer irritiert, so verhält man sich unter Freunden nicht."

Söder hatte den Tiroler Skiort Ischgl, der im Frühjahr zu einem zentralen Corona-Hotspot für zahlreiche Touristen wurde, wiederholt für Vergleiche herangezogen. Zuletzt hatte es auch wegen der Frage der Öffnung der Skigebiete unter den Nachbarn gekriselt.

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Das angespannte Verhältnis seines österreichischen Bundeslands zum Nachbarn Bayern liege nicht nur an Streit über Transitverkehr, sagte Platter.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53) steht seit dem zweiten Shutdown im Spätherbst 2020 deutlich mehr in der Kritik als zu Jahresanfang. (Archiv)
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53) steht seit dem zweiten Shutdown im Spätherbst 2020 deutlich mehr in der Kritik als zu Jahresanfang. (Archiv)  © Peter Kneffel/dpa

"Auch Salzburg, Oberösterreich oder Vorarlberg haben Probleme mit Bayern, und die haben keine Transitprobleme." Aber die Situation werde sich wieder verbessern, das mache er sich keine Sorgen, sagte Platter.

Titelfoto: Montage: Peter Kneffel/dpa + Matthias Balk/dpa

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