Kretschmer für baldige Aufhebung der Impfprioritäten: "Haben jetzt so viel Impfstoff"

Dresden - Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU) hat sich für eine baldige Aufhebung der Prioritäten bei Corona-Schutzimpfungen ausgesprochen.

Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU). Er möchte einen Schub bei den Impfzahlen in Sachsen.
Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU). Er möchte einen Schub bei den Impfzahlen in Sachsen.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

"Ich wäre sehr dafür, wenn wir das jetzt möglichst schnell beenden würden", sagte er am Montag bei einer Podiumsdiskussion zum Sächsischen Apothekertag, der virtuell stattfand. Man habe jetzt diesen Punkt erreicht.

Möglicherweise werde das noch nicht in den nächsten zehn Tagen so weit sein, aber spätestens danach.

"Wir haben jetzt in den Arztpraxen so viel Impfstoff liegen", stellte Kretschmer fest. Wenn man die Priorisierung abschaffe, gebe es bei den Impfungen einen neuen Schwung.

Man müsse nun den niedergelassenen Ärzten und Betriebsärzten mehr Verantwortung übergeben.

Je eher das passiere, desto schneller komme man zu höheren Impfzahlen.

Hohe Inzidenz in Sachsen: Kretschmer nennt mögliche Gründe

Ein Mitarbeiter im VW Werk Zwickau wird von einer Werksärztin gegen das Coronavirus geimpft. MP Kretschmer möchte Betriebs- sowie niedergelassenen Ärzten mehr Verantwortung bei den Impfungen übergeben.
Ein Mitarbeiter im VW Werk Zwickau wird von einer Werksärztin gegen das Coronavirus geimpft. MP Kretschmer möchte Betriebs- sowie niedergelassenen Ärzten mehr Verantwortung bei den Impfungen übergeben.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Dafür, dass Sachsen derzeit wieder von hohen Inzidenzen betroffen ist, nannte der Regierungschef mehrere Gründe.

So verwies er etwa auf die Situation in den Nachbarländern: In Tschechien habe die Inzidenz mancherorts zeitweilig über 1000 betragen, in Polen über 400.

Das habe Folgen für Sachsen gehabt.

Zudem haben man ein Phänomen beobachten können, das schon bei früheren Pandemien aufgetreten sei: In Regionen, die am Anfang einer Pandemie weniger betroffen sind, gehe man offenbar laxer mit Regeln um und sei dann in der zweiten und dritten Welle stärker betroffen.

Im Vogtland hat sich die Einstellung zur Pandemie nach Kretschmers Einschätzung inzwischen geändert - sie werde ernster genommen.

Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche lag am Montagmorgen in Sachsen bei 237. Das geht aus den Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor.

Sachsen zählt bundesweit zu den am stärksten betroffenen Bundesländern, nur in Thüringen liegt die Sieben-Tage-Inzidenz noch höher (246). Bundesweit lag der Wert bei 165.

Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

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