Kretschmer befürchtet Inzidenz um 700: "Jetzt nicht die Zeit für Öffnungen"

Dresden - Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU) sorgt sich sehr um die derzeitige Infektionslage.

Michael Kretschmer (45, CDU) sieht einer Ermattung der Bevölkerung bei der Befolgung der Corona-Maßnahmen. Er fürchtet, dass die Inzidenz drastisch ansteigen wird.
Michael Kretschmer (45, CDU) sieht einer Ermattung der Bevölkerung bei der Befolgung der Corona-Maßnahmen. Er fürchtet, dass die Inzidenz drastisch ansteigen wird.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Im Interview am Mittwochmorgen beim "NTV Frühstart" betonte er, dass "jetzt nicht die Zeit für Öffnungen" sei.

Man müsse sehr streng bei der Notbremse durchgreifen, damit die Zahlen nicht weiter steigen. Die Krankenhäuser würden sich immer mehr füllen.

"Wir werden Zahlen bekommen von einer Inzidenz von 500, 600, 700, wenn wir es nicht anhalten", so Kretschmer. Das würde kein Gesundheitssystem aushalten.

Ein Blick in die Nachbarländer gebe einen Ausblick auf diese dramatische Entwicklung, wenn man nun nicht konsequente Maßnahmen ergreife.

Er widersprach jedoch einem wochenlangen kompletten Shutdown. Dafür sei die Bevölkerung zu ermattet. Man solle daher das Instrument nehmen, was am wenigsten Schaden und am meisten Wirkung hat.

Viele würden sich bereits jetzt nicht mehr an die Corona-Maßnahmen halten. Dabei hält er die aktuelle dritte Welle für die Gefährlichste. Denn die britische Virus-Mutation sei wesentlich ansteckender.

Kretschmer zeigte sich besorgt, dass die Infektionen zu Ostern drastisch ansteigen würden. Er bat die Bürger, umsichtig zu sein.

Kretschmer: Großteil der Bevölkerung hoffentlich bis Ende Mai geimpft!

Kretschmer hofft, dass bis Ende Mai viele Menschen gegen Corona geimpft sind.
Kretschmer hofft, dass bis Ende Mai viele Menschen gegen Corona geimpft sind.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Zu dem Impfstopp bei AstraZeneca für alle unter 60 Jahren erklärte er, dass er dennoch dazu rate, die Impfungen mit der Vakzin für alle über 60 fortzusetzen. Die Einschränkungen seien aber richtig und wichtig. Denn Sicherheit stehe immer an erster Stelle.

Das größte Problem sieht der CDU-Politiker in der Verunsicherung bezüglich des Impfstoffs. Jeder, der bereits seine erste Impfung mit AstraZeneca erhalten habe und unter 60 Jahre alt ist, soll die Zweitimpfung mit dem Vakzin individuell mit seinem Arzt absprechen.

Er hofft, dass in zwei Monaten, also Ende Mai, ein großer Teil der Bevölkerung bereits geimpft ist. Doch bis dahin muss man erst einmal kommen.

"Mit der jetzigen Dynamik der Pandemie wird das nicht gelingen", so der Ministerpräsident.

Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

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