Kretschmer räumt Fehler bei Corona-Politik ein: Harte Maßnahmen kamen zu spät

Dresden - Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (45, CDU) hat erneut Fehler in der Corona-Politik eingeräumt. Er hätte gerne schon früher auf die Ausnahmesituation reagiert.

Am 11. Dezember 2020 besuchte Michael Kretschmer (45, r.) unter anderem das Helios Klinikum in Aue, erst da wäre ihm klar geworden, wie dramatisch die Corona-Lage war.
Am 11. Dezember 2020 besuchte Michael Kretschmer (45, r.) unter anderem das Helios Klinikum in Aue, erst da wäre ihm klar geworden, wie dramatisch die Corona-Lage war.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Im Herbst sei die Landespolitik aufgrund der allgemeinen Stimmung zu zögerlich gewesen, mit harten Maßnahmen auf die Pandemie zu reagieren, sagte er im Interview der Chemnitzer "Freien Presse" (Samstag).

In der Rückschau wäre es besser gewesen, das Land deutlich früher herunterzufahren, "auch wenn das bestimmt viel Unverständnis in der Bevölkerung ergeben hätte".

Erst durch den Besuch mehrerer Klinken in Sachsen am 11. Dezember sei ihm die Dramatik bewusst geworden, sagte Kretschmer: "Mir war nicht klar, dass das Personal in Aue schon seit sechs Wochen vor meinem Besuch am Limit arbeitete (...) Ich hätte mir gewünscht, dass ich früher gewarnt worden wäre."

Inzwischen herrscht im Freistaat ein strenger Lockdown bis mindestens Februar und am kommenden Montag werden die Corona-Regeln sogar noch einmal verschärft.

Titelfoto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

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