MP Kretschmer macht dem Bund Vorwürfe: Energiewende in ursprünglicher Planung ist gescheitert!

Dresden - Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (47, CDU) hat dem Bund in der Energiekrise schwere Versäumnisse vorgehalten.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (47, CDU) übt Kritik an der Bundesregierung.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (47, CDU) übt Kritik an der Bundesregierung.  © Robert Michael/dpa

"Ich nehme die Sorgen in der Bevölkerung um die explodierenden Energiepreise sehr ernst. Eine galoppierende Inflation und immer neue Rekorde bei den Energiepreisen nehmen den Menschen und der Wirtschaft die Luft. Das ist beängstigend", sagte Kretschmer der Deutschen Presse-Agentur in Dresden.

Ein Industrieland wie Deutschland könne nur mit Energiesicherheit funktionieren. Es sei die Verantwortung der Bundesregierung, die Probleme zu lösen und nicht nur zu beschreiben.

"Energie ist die Achillesferse einer jeden Volkswirtschaft. Deshalb ist der Bund in der Pflicht, die Versorgung mit Erdgas, Erdöl und Elektroenergie zu sichern", betonte Kretschmer.

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Die vorhandenen Kraftwerke jetzt abzuschalten, wäre das falsche Signal. Es sei klar, dass es perspektivisch keine Renaissance für die Braunkohle geben werde.

"Aber wenn man nicht weiß, wie in zwei Monaten die Energieversorgung aussieht und dennoch am vorzeitigen Ausstieg aus der Kohle festhalten will, dann passt das alles nicht zusammen."

Michael Kretschmer: "Jetzt fällt das ganze Kartenhaus zusammen"

Die vorhandenen Kraftwerke abzuschalten, hält Michael Kretschmer (47) für das falsche Signal.
Die vorhandenen Kraftwerke abzuschalten, hält Michael Kretschmer (47) für das falsche Signal.  © Oliver Berg/dpa

Kretschmer sagte: "Die Energiewende, so wie sie geplant war, ist gescheitert. Der Bund will sie jetzt erzwingen, obwohl sich die Konstellationen verändert haben. Das wird schiefgehen."

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien sei eine Selbstverständlichkeit. "Aber die Grundlage für diesen Übergang, die Back-up-Struktur mit Gaskraftwerken, ist nun weggefallen", so der CDU-Politiker.

"Deshalb stellt sich die Frage, was nun der Plan ist. Das hat der Bund bisher nicht beantwortet. Jetzt fällt das ganze Kartenhaus zusammen. Das ist bitter", erklärte der Ministerpräsident.

Titelfoto: Robert Michael/dpa

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