"Situation muss ein Ende haben": MP Kretschmer diskutiert mit Bürgern über Corona

Dresden - Wie kommt Sachsen am besten aus der Krise? Diese Frage diskutierte Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU) am heutigen Montag mit Experten und Bürgern in einer über zweistündigen Videokonferenz. Vieles blieb offen, eines wurde ganz klar: Ein Generalrezept gibt es nicht. Und: Es geht nur schrittweise raus aus dem Lockdown.

Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU) stand mit Experten und Bürgern im Austausch.
Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU) stand mit Experten und Bürgern im Austausch.  © dpa/ZB/Sebastian Kahnert

"Es ist ein dünnes Eis, auf dem wir uns bewegen. Deshalb müssen wir vorsichtig sein, dass wir nicht einbrechen", sagte der Ministerpräsident. Dennoch müsse jetzt entschieden werden, wie es weitergeht. "Die Situation, die Sie jetzt erleben, muss ein Ende haben", so Kretschmer.

Die Expertenrunde mit dem Berliner Physiker Dirk Brockmann (51), dem Dresdner Wirtschaftswissenschaftler Marcel Thum (55) sowie dem Leipziger Chefarzt Christoph Lübbert (50) und der Virologin Corinna Pietsch (Uniklinikum Leipzig) stimmte auf schrittweise Lockerungen ein - abhängig von der Inzidenz bei gleichzeitig sinkenden Infektionszahlen.

Lübbert hielt eine Langfrist-Strategie für unerlässlich: "Menschen brauchen eine Perspektive". Thum sprach sich gegen Adhoc-Entscheidungen und für einen Stufenplan aus.

Abstandhalten und Masketragen noch lange Zeit notwendig

Fehlt laut Piwarz in der aktuellen Situation am meisten: der Präsenzunterricht.
Fehlt laut Piwarz in der aktuellen Situation am meisten: der Präsenzunterricht.  © epd-bild/Matthias Rietschel

Dabei werden Abstandhalten und Masketragen - neben dem Impfen, wie Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD) betonte - die Mittel, nicht nur der Stunde, sondern der nächsten Wochen und Monate bleiben. "Kontakte sind das Nahrungsmittel für das Virus", so Dirk Brockmann.

Die Sächsinnen und Sachsen diskutierten fleißig mit. Zu Spitzenzeiten klinkten sich mehr als 1200 Zuschauer ein. Die Beiträge reichten von konkreten Fragen wie "Warum hakt es bei der technischen Ausstattung der Schulen immer noch?" bis hin zu unsachlichen Kommentaren im Chat: "Das Gequatsche kann keiner mehr hören. Ihr habt versagt."

Wie steuert Sachsen also aus dem Lockdown?

Eine konkrete Antwort darauf blieb die Runde schuldig. Wohin es bei den Schulen und Kitas geht, deutete Kultusminister Christian Piwarz (45, CDU) zumindest an: "Was am meisten fehlt, ist Präsenzunterricht. Deshalb müssen wir ein veritables Interesse daran haben, Schulen und Kitas wieder zu öffnen."

Soll kommen: Click & Collect, online bestellen und vor Ort abholen.
Soll kommen: Click & Collect, online bestellen und vor Ort abholen.  © imago images/Arnulf Hettrich

Konkreter wird er am morgigen Dienstagnachmittag werden müssen. Dann will er offiziell verkünden, wie es mit den Schulen weitergeht.

Titelfoto: Montage: epd-bild/Matthias Rietschel, dpa/zb/Sebastian Kahnert

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