Trotz Corona: Kretschmer will Grenze nach Tschechien unbedingt offenhalten

Dresden/Prag - Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU) will die Grenzen für Berufspendler aus Tschechien einem Bericht zufolge offenhalten.

Laut Michael Kretschmer (45, CDU) kann man die Grenze zwischen Sachsen und Tschechien "nicht radikal schließen".
Laut Michael Kretschmer (45, CDU) kann man die Grenze zwischen Sachsen und Tschechien "nicht radikal schließen".  © Radek Petrášek/CTK/dpa

Es sei allgemein bekannt, dass ohne die Ärzte sowie die Krankenpflegerinnen und -pfleger aus dem Nachbarland die Gesundheitsversorgung nicht aufrechterhalten werden könne, sagte der CDU-Politiker am Freitag der tschechischen Nachrichtenagentur CTK.

Man könne die Grenzen nicht radikal schließen. Das sei auch die Erfahrung aus dem vorigen Frühjahr. Damals hatte die Regierung in Prag monatelang ihrerseits die Grenze zugemacht.

Bund und Länder wollen am Dienstag über mögliche schärfere Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie beraten.

Am kommenden Montag führt Sachsen eine wöchentliche Testpflicht für Pendler aus Tschechien ein. Ursprünglich waren zwei Tests pro Woche vorgesehen. Nach Gesprächen mit den Partnern sei man zu dem Schluss gekommen, dass dies nicht tragbar gewesen wäre, sagte Kretschmer laut CTK.

Tausende Tschechen aus dem Grenzgebiet pendeln zur Arbeit nach Sachsen, wo das Lohnniveau deutlich höher liegt als in ihrem Heimatland.

Nach Weihnachten waren die Corona-Fallzahlen in Tschechien hochgeschossen. Seit Pandemiebeginn gab es in dem EU-Mitgliedstaat 874.605 bestätigte Infektionen und 14.029 Todesfälle. Tschechien hat rund 10,7 Millionen Einwohner.

Titelfoto: Radek Petrášek/CTK/dpa

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