Ukrainischer Botschafter lädt Kretschmer via Twitter aus: "Sie sind unerwünscht"

Dresden - Die hitzigen Diskussionen zwischen Talkmaster Markus Lanz (53) und Michael Kretschmer (47, CDU) am Mittwochabend haben nun weitere Konsequenzen: Der scheidende ukrainische Botschafter Andrij Melnyk (46) lud Sachsens Ministerpräsident kurzerhand aus der Ukraine aus - und zwar via Twitter.

Der Botschafter der Ukraine in Deutschland Andrij Melnyk (46, l.) wetterte nun bei Twitter gegen Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (47, CDU).
Der Botschafter der Ukraine in Deutschland Andrij Melnyk (46, l.) wetterte nun bei Twitter gegen Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (47, CDU).  © Michael Kappeler/dpa, Robert Michael/dpa (Bildmontage)

"Mit Ihrer absurden Rhetorik über das Einfrieren des Krieges spielen Sie in Putins Hände & befeuern Russlands Aggression", schrieb der 46-Jährige in der Kurznachricht und verlinkte den Ministerpräsidenten.

Seine Einladung in die Ukraine, die er zuvor ausgesprochen hatte, annulliere er damit in aller Öffentlichkeit. Und der Vertreter Kiews trat in dem Statement noch einmal nach: "Sie sind UNERWÜNSCHT. Punkt". Dazu verlinkte er ein entsprechendes Video mit dem Auftritt Kretschmers in der ZDF-Sendung "Markus Lanz" am Mittwochabend.

Seine Äußerungen zum Ukraine-Krieg hatten dort für viel Kopfschütteln gesorgt. Kretschmer betonte, "dass der Krieg eingefroren werden muss. Dass wir einen Waffenstillstand brauchen." Auch gegen einen Kriegsverbrecher wie Kremlchef Wladimir Wladimirowitsch Putin (69) müsse man noch Diplomatie walten lassen.

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Und er nahm das daraus folgende Echo bereits vorweg: "Menschen wie ich, die sagen, einfrieren, verhandeln, werden als naiv und als Putin-Versteher dargestellt", erklärte Kretschmer weiter.

Per Twitter erteilte Melnyk Kretschmer eine Absage

Der ukrainische Botschafter verlässt Deutschland

Der Jurist Andrij Melnyk ist bereits seit knapp acht Jahren Botschafter der Ukraine in Deutschland. Im Oktober wird der 46-Jährige allerdings nach Kiew abberufen, wo er dann ins ukrainische Außenministerium wechseln soll. Ein ganz normaler Vorgang, wie der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski (44) betonte.

Wegen seiner teils scharfzüngigen Aussagen wurde Melnyk allerdings auch in den vergangenen Monaten immer wieder kritisiert.

Sachsens Ministerpräsident Kretschmer äußerte sich bislang noch nicht zu der nächtlichen Twitter-Nachricht.

Titelfoto: Michael Kappeler/dpa, Robert Michael/dpa, Screenshot Twitter/AndrijMelnyk (Bildmontage)

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