Wegen Kritik an Corona-Regeln: Michael Kretschmer will Katarina Witt treffen

Dresden - Nach Kritik der früheren Eiskunstläuferin Katarina Witt (55) an Corona-Maßnahmen will sich Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU) mit ihr treffen.

Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (45, CDU) kann die Sorgen der Bürger in der Pandemie nachvollziehen, strenge Corona-Politik sei aber trotzdem notwendig.
Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (45, CDU) kann die Sorgen der Bürger in der Pandemie nachvollziehen, strenge Corona-Politik sei aber trotzdem notwendig.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

"Ich hoffe, dass ich mit ihr in der nächsten Zeit auch persönlich sprechen kann. Ich mag sie und schätze sie sehr", sagte Kretschmer am Donnerstag in Dresden.

Der überwiegende Teil der Menschen in Deutschland habe große Sorgen im Zusammenhang mit dem Virus und wünsche sich einen Schutz für sich selbst und die eigenen Angehörigen. Es gebe eine große persönliche Betroffenheit.

Menschen würden ihre eigene Lebensleistung infrage gestellt sehen, weil sie derzeit etwa als Künstler nicht auftreten können, weil der Verein kurz vor der Insolvenz steht, weil das Konto einfach leer ist oder man sich in der persönlichen Lebensgestaltung eingeschränkt fühlt.

Kretschmer zufolge würden viele Menschen die Entscheidungen der Politik hinterfragen: "Es ist eine Krankheit, ein Virus, das für jeden von uns gefährlich ist. Wir können alle daran erkranken. Es gibt kein Medikament", warnt er.

Für ein Prozent der Erkrankten könne das tödlich enden, das seien in Deutschland rund 800.000 Menschen. Er bat deshalb um Verständnis für diejenigen, die Entscheidungen treffen müssen.

Katarina Witt kritisiert Corona-Politik, sei aber keine "Lockdown-Gegnerin"

Katarina Witt (55) versteht sich nicht als "Corona-Verleugnerin", hat aber Probleme mit den Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie.
Katarina Witt (55) versteht sich nicht als "Corona-Verleugnerin", hat aber Probleme mit den Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB

Der Ministerpräsident bekomme bei Treffen mit Bürgern ganz oft den Satz zu hören: "Mit ihnen möchte ich gerade nicht tauschen."

Witt hatte auf ihrer Facebook-Seite Anfang der Woche die politischen Maßnahmen gegen die Pandemie kritisiert. Zugleich stellte sie klar, dass sie keine "Corona-Verleugnerin" oder "Lockdown-Gegnerin" sei.

Dennoch hadere sie derzeit mit einigen politischen Entscheidungen in der Pandemie.

"Kleine mittelständische Unternehmen, Einzelhandel, Solo-Selbstständige, Künstler, so viele Branchen sind seit März 2020 in extreme Schieflage geraten und die finanziellen, staatlichen Hilfen kommen entweder gar nicht oder nur tröpfchenweise an", so die 55-Jährige.

Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa und Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB

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