Wie geht es ohne russische Energie weiter? Sachsen-MP Kretschmer will längere AKW-Laufzeiten

Dresden - In der Debatte um den Ersatz für russische Energielieferungen hat sich Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (47, CDU) für längere Laufzeiten der Kernkraftwerke ausgesprochen.

Der sächsische Regierungschef Michael Kretschmer (47. CDU, M.) ist für längere AKW-Laufzeiten, Umweltminister Wolfram Günther (48, Grüne, r.) hat an der Idee einiges auszusetzen.
Der sächsische Regierungschef Michael Kretschmer (47. CDU, M.) ist für längere AKW-Laufzeiten, Umweltminister Wolfram Günther (48, Grüne, r.) hat an der Idee einiges auszusetzen.  © Robert Michael/dpa

Wenn Klimaschutz und CO2-Einsparung so wichtig seien, dann würde er die verbliebenen Atomkraftwerke weiterlaufen lassen, sagte Kretschmer am Dienstag bei der Halbzeitbilanz seiner Regierung in Dresden.

Die Kraftwerke seien vorhanden, man brauche nur neuen Brennstoff. "Und dann laufen die weiter. Das kann man für zwei Jahre machen, für drei oder vier oder auch nur für eins."

Deutschland habe sich für den Ausstieg aus der Atomenergie entschieden. Es sei aber nicht entscheidend, ob das zwei oder drei Jahre früher oder später passiere.

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Kretschmer zufolge spielt der Energiepreis eine ganz entscheidende Rolle. Versorgungssicherheit, Umweltverträglichkeit und Energiepreis seien gleichermaßen zu berücksichtigen.

Um eine Volkswirtschaft wettbewerbsfähig zu halten, brauche man wettbewerbsfähige Preise.

Sachsens Umweltminister erklärt die Nachteile einer potenziellen AKW-Laufzeitverlängerung

Atomkraftwerke liefern keine saubere Energie, ihre Instandhaltung ist teuer und vor allem der entstehende Atommüll sorgt für schwere Umweltbelastung.
Atomkraftwerke liefern keine saubere Energie, ihre Instandhaltung ist teuer und vor allem der entstehende Atommüll sorgt für schwere Umweltbelastung.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Kretschmers Stellvertreter, Energie- und Umweltminister Wolfram Günther (48, Grüne), stellte dagegen klar, dass auch die Brennstäbe für die Atomkraftwerke aus Russland kommen würden. Zudem stehe alle zehn Jahre eine grundlegende Sicherheitsüberprüfung der Kernkraftwerke an.

Mit Blick auf den Ausstieg aus der Atomkraft seien die Kraftwerke das letzte Mal vor 13 Jahren grundlegend überprüft worden.

Wenn man die Laufzeiten verlängern wollte, müsse man diese Überprüfung jetzt machen - das seien aber riesige Verfahren, die sich nicht in wenigen Monaten durchführen ließen.

Titelfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa und Robert Michael/dpa

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