Zerfleischt sich die CDU jetzt selbst? Sachsen-MP Kretschmer sauer auf eigene Partei!

Dresden - Erst forderte die Werteunion den sofortigen Rücktritt von Kanzler-Kandidat Armin Laschet (60, CDU) und CSU-Chef Markus Söder (54), nun hat Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (46, CDU) das Verhalten der Union auf Bundesebene nach der Bundestagswahl kritisiert.

Die Wahlniederlage – und vor allem die Gründe und Auswirkungen dieser – müsse man sich laut Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (46, CDU) eingestehen.
Die Wahlniederlage – und vor allem die Gründe und Auswirkungen dieser – müsse man sich laut Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (46, CDU) eingestehen.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Das Wahlergebnis sei ein Erdbeben gewesen und habe eine ganz klare Wechselstimmung gegen die CDU gezeigt, sagte er am Montagmorgen bei MDR Sachsen.

Das müsse man sich ganz klar eingestehen. Ihm erschließe sich deshalb die Haltung im Adenauer-Haus in Berlin nicht, von einem Regierungsauftrag zu sprechen, sagte Kretschmer.

Diese Linie liege genau auf dem bisherigen Kurs, der zum Absturz der Union geführt habe, und sei nicht zukunftsfähig.

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CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet hatte am Wahlabend den Auftrag zur Regierungsbildung für sich reklamiert.

Nach dem vorläufigen Ergebnis stürzte die CDU/CSU nach 16 Jahren Regierungszeit von Kanzlerin Angela Merkel (67) mit 24,1 Prozent auf ein Rekordtief.

Michael Kretschmer schiebt AfD-Wahlerfolg in Sachsen der Bundes-CDU in die Schuhe

Kanzler-Kandidat Armin Laschet (60, CDU) und CSU-Chef Markus Söder (54) bekamen von der Werteunion bereits eine Breitseite. Nun ist Sachsens Ministerpräsident mit dem Umgang mit dem Wahlergebnis unzufrieden. (Bildmontage)
Kanzler-Kandidat Armin Laschet (60, CDU) und CSU-Chef Markus Söder (54) bekamen von der Werteunion bereits eine Breitseite. Nun ist Sachsens Ministerpräsident mit dem Umgang mit dem Wahlergebnis unzufrieden. (Bildmontage)  © Sebastian Gollnow/dpa-Pool/dpa, Sebastian Gollnow/dpa-Pool/dpa

Den Erfolg der AfD in Sachsen, die erneut stärkste Kraft wurde und zehn von 16 Direktmandaten holte, schrieb Kretschmer Fehlern in der Bundespolitik zu, vor allem bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie.

Dort habe Sachsen näher an den Menschen agiert und sich etwa gegen Kita- und Schulschließungen entschieden. Dieser Weg sei aber durch die Bundesnotbremse gestoppt worden.

Kretschmer bedauerte, dass sich durch die zahlreichen Verluste von CDU-Direktmandaten im Freistaat die Möglichkeiten zur Mitgestaltung für Sachsen auf Bundesebene deutlich verschlechterten.

Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

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