Nach Foto mit Neonazis: Billige Erklärung von Philipp Amthor?

Wolgast/Berlin - Der CDU-Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor (28) hat sich von einem im Internet verbreiteten Foto distanziert.

Philipp Amthor (28, CDU), CDU-Bundestagsabgeordneter und Lobbyist.
Philipp Amthor (28, CDU), CDU-Bundestagsabgeordneter und Lobbyist.  © Jens Büttner/dpa

"Natürlich habe ich mich über dieses Foto sehr geärgert", sagte Amthor der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag in Wolgast in Mecklenburg-Vorpommern.

Das im Internet verbreitete Bild zeigte den Politiker auf einem Pferdefestival im vorpommerschen Boock am Sonntag zwischen zwei Männern, von denen einer ein T-Shirt trägt, auf dem er sich mit der verurteilten Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck (92) solidarisiert.

Brisant: Laut "Bild"-Zeitung soll es sich bei den beiden Männern "um Angehörige der rechtsextremen Szenen in Meck-Pomm handeln".

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"Ich kann zwar nicht mit letzter Sicherheit sagen, ob und inwieweit das Foto bearbeitet ist, aber ich hätte das Foto natürlich nicht gemacht, wenn ich die T-Shirt-Aufschrift zur Kenntnis genommen hätte."

Ob das Foto manipuliert wurde, ließ sich für dpa zunächst nicht klären.

Am Rande der Siegerehrung des Reitturniers habe es eine Reihe von Fotowünschen gegeben. "Das ist dann meistens eine Sache von wenigen Sekunden, in denen man sich nicht alle Details anschaut", betonte Amthor.

Amthor als Lobbyist in der Kritik

Es sei Ausdruck eines absurden und unsachlichen Wahlkampfes, ihn in die Nähe von Rechtsextremisten rücken zu wollen, "obwohl mein klares Streiten gegen die AfD und gegen rechte Vereinfacher allseits bekannt ist". Ähnlich hatte sich Amthor am Montag in Sozialen Netzwerken schon geäußert.

Zuletzt war Philipp Amthor wegen seiner Nebentätigkeit und Lobbyarbeit für das US-amerikanische IT-Unternehmen Augustus Intelligence in die Kritik geraten. Der 28-Jährige hatte zunächst angegeben, durch das Unternehmen kein zusätzliches Geld zu verdienen. Dann kam aber heraus, dass er Aktienoptionen im Wert von 250.000 Euro bei dem Unternehmen hielt. Dafür erntete er heftige Kritik und erklärte, die Zusammenarbeit beendet zu habe.

Der Bundestag sah bei der Nebentätigkeit keine Rechtsverstöße.

Titelfoto: Jens Büttner/dpa

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