Folgen des Ukraine-Krieges: Wagenknecht nimmt Sachsen-MP Kretschmer in Schutz

Berlin/Dresden - Im Streit über die Folgen des Ukraine-Kriegs unterstützt die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht (53) die Linie des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (47, CDU).

Die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht (53) gibt dem sächsischen Ministerpräsidenten zumindest in einem Punkt recht.
Die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht (53) gibt dem sächsischen Ministerpräsidenten zumindest in einem Punkt recht.  © Kay Nietfeld/dpa

Kretschmer hatte erklärt, Deutschland müsse vermitteln und erwirken, "dass dieser Krieg eingefroren wird". Man brauche weiter russische Rohstoffe. Wagenknecht sagte am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur: "Kretschmer hat in diesem Punkt recht."

Russische Rohstoffe und vor allem die relativ billige russische Energie seien "Existenzbedingungen für eine wettbewerbsfähige deutsche Industrie, auf die wir nicht verzichten können", betonte die Linken-Politikerin.

"Der Wirtschaftskrieg ruiniert Deutschland, während er Putin kaum schadet und das Sterben in der Ukraine nicht beendet."

Krach in der Linkspartei: Sahra Wagenknecht von Montagsdemo ausgeladen
Sahra Wagenknecht Krach in der Linkspartei: Sahra Wagenknecht von Montagsdemo ausgeladen

Auch Kretschmer hatte am Dienstag wirtschaftlich argumentiert. Zwar sagte der CDU-Politiker, sein Vorstoß bedeute nicht, dass die Ukraine auf Territorien verzichten solle – der Krieg Russlands sei ein Unrecht und Verbrechen.

Doch fügte er mit Blick auf russische Rohstoffe hinzu: "Ich bin der festen Überzeugung, dass wir diese Rohstofflieferungen brauchen."

Kretschmer von Melnyk und Djir-Sarai kritisiert

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (47, CDU) kassierte zuletzt einiges an Kritik.
Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (47, CDU) kassierte zuletzt einiges an Kritik.  © Robert Michael/dpa

Kretschmer hatte heftige Kritik eingesteckt, unter anderem vom ukrainischen Botschafter Andrij Melnyk (46) und von FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai (46).

Wagenknecht meinte hingegen: "Da die Ukraine den Krieg gegen die Atommacht Russland militärisch nicht gewinnen kann, muss verhandelt werden und es müssen Kompromisse gemacht werden."

"Die Alternative wäre, dass die Ukraine in einem endlosen Zermürbungskrieg völlig zerstört wird und noch viele tausend Menschen ihr Leben verlieren. Das kann niemand wollen."

Titelfoto: Bildmontage: Kay Nietfeld/dpa & Robert Michael/dpa

Mehr zum Thema Sahra Wagenknecht: