Maßnahmen-Kritiker wollen zu Kretschmanns Wohnhaus vordringen

Sigmaringen - Kritiker der Corona-Politik haben in Sigmaringen versucht, zum Wohnhaus von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (73, Grüne) vorzudringen.

Rund 60 Demonstranten versammelten sich in der Nähe des Wohnhauses von Winfried Kretschmann.
Rund 60 Demonstranten versammelten sich in der Nähe des Wohnhauses von Winfried Kretschmann.  © Bernd Weissbrod/dpa

Eine kleine Gruppe der insgesamt rund 60 Demonstranten wollte eine Absperrung der Straße umgehen, die zum Privathaus des Regierungschefs führt, wie ein Polizeisprecher am Montag mitteilte.

Dies sei jedoch verhindert worden. Er bestätigte damit einen Bericht der "Schwäbischen Zeitung."

Laut Polizei informierten Beamte Kretschmanns Ehefrau Gerlinde darüber, die zur selben Zeit nach Hause kam. Ihr Mann sei nicht daheim gewesen. Insgesamt verlief der Zug der Maßnahmen-Kritiker nach Polizeiangaben friedlich.

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Winfried Kretschmann Kretschmann hält nichts von Gendern im Klassenzimmer

Es ist in der Pandemie schon häufiger vorgekommen, dass der Protest der Gegner der Corona-Maßnahmen vor die Wohnhäuser von Politikerinnen und Politiker getragen wird.

Anfang Dezember 2021 etwa gab es einen Fackel-Aufmarsch vor dem Wohnhaus der sächsischen Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD).

Im Januar dieses Jahres waren Hunderte Corona-Maßnahmengegner bei einem unangemeldeten Protest lautstark am Wohnhaus von Geras Oberbürgermeister Julian Vonarb (parteilos) vorbeigezogen.

Innenminister Strobl: "Das ist Psychoterror"

Für Innenminister Thomas Strobl (61, CDU) wurde eine Grenze überschritten.
Für Innenminister Thomas Strobl (61, CDU) wurde eine Grenze überschritten.  © Uwe Anspach/dpa

Nach dem verhinderten Aufmarsch vor Kretschmanns Haus hat sich Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (61, CDU) am Montagnachmittag zu Wort gemeldet.

"Die Polizei hat am gestrigen Sonntag konsequent, klug und besonnen einen Aufmarsch von Demonstranten vor dem Wohnhaus von Herrn Ministerpräsident Kretschmann verhindert", wird der 61-Jährige in einer Mitteilung seines Ministeriums zitiert.

Und weiter: "Wer unter dem Deckmantel eines Aufzugs durch Städte und Dörfer irrlichtert und vor dem Wohnsitz von Politikern aufmarschieren möchte, überschreitet eine Grenze. Das ist Psychoterror."

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Man werde derartige Einschüchterungsversuche in Baden-Württemberg keinesfalls dulden: "Hier gilt ganz klar: Wehret den Anfängen!"

Aktualisiert: 14. Februar, 15.20 Uhr

Titelfoto: Bernd Weissbrod/dpa

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