Für Ungeimpfte wird's ungemütlich! Kretschmann begründet strengere Corona-Regeln

Stuttgart - Ab Donnerstag sollen strengere Corona-Maßnahmen in Baden-Württemberg in Kraft treten.

Winfried Kretschmann (73, Grüne) begründet die strengeren Corona-Maßnahmen.
Winfried Kretschmann (73, Grüne) begründet die strengeren Corona-Maßnahmen.  © DPA / Sebastian Gollnow

Das kündigte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) am Dienstag in Stuttgart an. Die überarbeitete Corona-Verordnung sei bereits in den Ressorts abgestimmt.

Er denke, dass sie bereits ab Donnerstag in Kraft treten könne, sagte Lucha. Damit bekommt das Land ein mehrstufiges Warnsystem, dass sich nach der Belegung der Intensivbetten richtet.

Eine erste sogenannte Warnstufe soll landesweit gelten, sobald 250 Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt sind oder 8 von 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen mit Corona-Symptomen in eine Klinik eingeliefert worden sind. Dann hätten etwa Ungeimpfte nur noch mit einem negativen PCR-Test Zugang zu bestimmten öffentlichen Bereichen.

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In einem zweiten Schritt gilt künftig landesweit die 2G-Regel (Geimpfte und Genesene), sobald 390 Covid-Patienten auf Intensivstationen behandelt werden oder die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz bei 12 liegt. Dann hätten Ungeimpfte unter anderem keinen Zutritt mehr zu Restaurants, Kultur- und Sportveranstaltungen.

Es handle sich nicht um eine Strafaktion, sondern habe epidemiologische Gründe, betonte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (73, Grüne). Ungeimpfte seien die Träger der Pandemie. Er wolle sich in einem Podcast diese Woche speziell an Impfgegner wenden.

Update, 20.32 Uhr: Kretschmann verweist auf Dänemark

Winfried Kretschmann hat erneut nachdrücklich für eine Impfung gegen Corona geworben und die Maßnahmen der grün-schwarzen Landesregierung verteidigt.

"Wir wollen niemanden bestrafen, wir wollen nur eines: der Pandemie Herr werden", betonte er am Dienstag bei einem Bürgerdialog in Karlsruhe. Das Beispiel Dänemarks, wo die Corona-Beschränkungen aufgehoben wurden, zeige, dass sich mit einer hohen Impfquote der Knoten lösen lasse.

Die Impfquote ist in Dänemark im europäischen Vergleich besonders hoch: Über 80 Prozent aller Bürger über zwölf Jahre sind in dem Land bereits voll geimpft. Vor der Veranstaltung in Karlsruhe protestierten Kritiker der Corona-Maßnahmen der Regierung.

Zum Bürgerdialog der Grünen-Landtagsfraktion waren wegen Corona nur 90 Gäste im Saal zugelassen. Die Veranstaltung wurde aber auch im Internet via Livestream übertragen.

Über eine Beteiligungsplattform konnten Bürger Fragen stellen. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Klausurtagung der Grünen-Fraktion statt.

Titelfoto: DPA / Sebastian Gollnow

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