Kretschmann fordert Rücktritt: Maskenaffäre führt zu enormem Vertrauensverlust

Stuttgart - Ministerpräsident Winfried Kretschmann (72, Grüne) hat die Unions-Abgeordneten Georg Nüßlein und Nikolas Löbel wegen der Maskenaffäre zum sofortigen Rücktritt aufgefordert.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (72, Grüne) forderte den Rücktritt von Löbel und Nüßlein nach der Maskenaffäre.
Ministerpräsident Winfried Kretschmann (72, Grüne) forderte den Rücktritt von Löbel und Nüßlein nach der Maskenaffäre.  © Marijan Murat/dpa

Der entstandene Schaden sei enorm, sagte er im Gespräch mit "SWR1" am Montag. Das werde schon in normalen Zeiten als schlimm empfunden.

Aber sich in einer schweren Krise zu bereichern, verursache einen "enormen Vertrauensverlust" der Politik. Nüßlein und Löbel müssten sofort zurücktreten, sagte Kretschmann. "Keine Frage."

Die Bundestagsabgeordneten Georg Nüßlein (CSU) und Nikolas Löbel (CDU) sollen Provisionen in sechsstelliger Höhe für die Vermittlung von Masken-Geschäften kassiert haben. (TAG24 berichtete)

Beide haben ihren Austritt aus der Unionsfraktion erklärt, wollen ihr Mandat aber behalten, obwohl Partei- und Fraktionsführung den Rückzug verlangen.

Eisenmann fordert ebenfalls Rücktritt

Spitzenkandidatin der CDU Susanne Eisenmann (56) fordert Löbel und Nüßlein ebenfalls zum Rücktritt auf.
Spitzenkandidatin der CDU Susanne Eisenmann (56) fordert Löbel und Nüßlein ebenfalls zum Rücktritt auf.  © Sebastian Gollnow/dpa

Die baden-württembergische CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann (56) hat in der Maskenaffäre die Unionsabgeordneten Georg Nüßlein und Nikolas Löbel zur umgehenden Rückgabe ihrer Bundestagsmandate aufgefordert.

"Mir geht es darum, dass die Konsequenzen gezogen werden für so ein Handeln - nicht nur eingeräumt wird, dass man vielleicht einen Fehler gemacht habe", sagte sie im Interview mit der Bayern-2-"Radiowelt". "Und das heißt, das Mandat sofort zurückzugeben und nicht noch bis Ende August daran zu verdienen. Das finde ich absolut daneben."

Die Affäre bringt die Union im Südwesten eine Woche vor der Landtagswahl in Bedrängnis. Zu den schlechten Umfragewerten kurz vor der Wahl für die CDU in Baden-Württemberg sagte Eisenmann: "Um ein Fußballbild zu benutzen: "Das Spiel ist um, wenn der Schiedsrichter abpfeift. Deshalb warten wir ab, wie die Wähler und Wählerinnen entscheiden."

Auch der baden-württembergische CDU-Generalsekretär Manuel Hagel (32) ist "stinksauer" auf Löbel. "Ich bin fassungslos und stinksauer. Wer in solch einer Situation sich selbst die Taschen voll macht, der vertritt nicht das Volk, sondern ganz niederste persönliche Interessen", sagte Hagel dem Radioprogramm "SWR Aktuell".

Der Sachverhalt müsse lückenlos und zügig aufgeklärt werden. Das Verhalten Löbels sei mit der Haltung der Partei nicht mehr zu vereinbaren. "Wer so etwas tut, der tritt die Werte unserer Christdemokratie mit Füßen. Politische Verantwortung übernimmt man in so einem Fall sofort und umfassend."

Titelfoto: Marijan Murat/dpa

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