Hamburgs Grünen-Chefin positioniert sich zur K-Frage

Hamburg - Wer zieht bei den Grünen ins Rennen um die Kanzlerschaft? Die K-Frage ist noch nicht geklärt, doch die Hamburger Landesvorsitzende Anna Gallina (37) hat einen klaren Wunsch.

Anna Gallina (37) möchte, dass sich auch eine Frau um die Nachfolge von Angela Merkel bewirbt. (Archivbild)
Anna Gallina (37) möchte, dass sich auch eine Frau um die Nachfolge von Angela Merkel bewirbt. (Archivbild)  © Daniel Reinhardt/dpa

Die 37-Jährige würde es begrüßen, wenn sich bei der Bundestagswahl im September auch eine Frau um die Nachfolge von Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) bewirbt.

"Insgesamt fände ich es schön, wenn auch eine Kandidatin im Rennen ums Kanzleramt dabei wäre", sagte die Justizsenatorin der Deutschen Presse-Agentur. "Aber alle Szenarien, wie es für die Grünen ausgehen kann, sind gute."

Die SPD schickt einen Mann ins Rennen, bei der CDU streiten sich drei Männer um die Kandidatur.

Bleibt also nur Gallinas eigene Partei übrig. Mit ihrem Ruf nach einer Kandidatin positioniert sich die Hamburgerin, ohne es deutlich auszusprechen, wen sie meint.

Wer von den Grünen-Bundesvorsitzenden Annalena Baerbock (40) und Robert Habeck (51) als Spitzenkandidat ins Rennen geht, ist noch unentschieden. "Wir haben eine Luxussituation, weil vollkommen klar ist, die können das beide."

Beide hätten "in ihrer Unterschiedlichkeit einen unglaublich guten gemeinsamen Kurs gefunden" und seien "mit Blick auf die Klimakrise intrinsisch motiviert", sagte Gallina.

Sie nehme Baerbock und Habeck so wahr, "dass es für sie beide nicht darum geht - und das ist selten in der Politik -, wer darf der erste oder die erste sein? Das ist nicht die Frage, die die beiden bewegt."

Bei SPD und CDU läuft alles auf Männer hinaus

Robert Habeck (51) und Annalena Baerbock (40) sind gemeinsam Bundesvorsitzende der Grünen. (Archivbild)
Robert Habeck (51) und Annalena Baerbock (40) sind gemeinsam Bundesvorsitzende der Grünen. (Archivbild)  © Kay Nietfeld/dpa

Bislang hat sich die SPD auf Olaf Scholz (62) als Kanzlerkandidaten festgelegt.

Bei der Union sind mit dem Finanzexperten Friedrich Merz (65), dem Außenpolitiker Norbert Röttgen (55), dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (59), die sich um CDU-Bundesvorsitz und Kanzlerschaft bewerben wollen, und Bayerns Regierungschef Markus Söder (53, CSU) ebenfalls nur Männer als Kanzlerkandidaten im Gespräch.

Für die Grünen sei es immer eine wichtige Frage, ob eine Frau oder ein Mann kandidiert, sagte Gallina.

"Annalena hat ihre Ankündigung, nicht als die Frau an Roberts Seite für den Vorsitz anzutreten, voll eingelöst. Man sieht auch an den Wiederwahlergebnissen, dass die Partei ihre starke Rolle sehr goutiert", sagte Gallina.

Sowohl Baerbock als auch Habeck hatten im November 2019 bei ihrer Wiederwahl vom Bundesparteitag jeweils über 90 Prozent der Stimmen erhalten - dabei hatte Baerbock mit 97,1 Prozent aber klar die Nase vorn.

Doch Gallina will Baerbock anscheinend nicht öffentlich die Kandidatur vorschlagen. Verklausuliert hat sie das mit ihren Aussagen aber schon.

Titelfoto: Montage: Kay Nietfeld/dpa, Daniel Reinhardt/dpa

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