Briefwahl statt Urne: Bis wann muss der Umschlag eigentlich eingeworfen werden?

Berlin - Na, bis heute schon gewählt? Der Bundestagswahlkampf ist in der heißen Phase. Die Kanzlerfrage ist so spannend wie lange nicht mehr. Doch bevor einer der drei Kanzlerkandidaten sich berechtigte Hoffnungen auf die Nachfolge von Angela Merkel (67, CDU) machen kann, muss am Sonntag der Gang zur Wahlurne gemacht werden. Für (fast) alle Briefwähler ist allerdings schon am heutigen Donnerstag Stichtag.

Die Briefwähler-Zahlen steigen immer mehr an. Bis zum Donnerstag, dem 23. September, sollten die roten Umschläge allerdings in der Post landen.
Die Briefwähler-Zahlen steigen immer mehr an. Bis zum Donnerstag, dem 23. September, sollten die roten Umschläge allerdings in der Post landen.  © Julian Stratenschulte/dpa

Denn: Wer den roten Zettel zu Hause hat und sich somit den Weg ins nächste Wahlbüro am Sonntag sparen möchte, sollte laut der Deutschen Post bis zum 23. September den Umschlag in einen der gelben Briefkästen geschmissen haben.

"Wir empfehlen spätestens 3 Werktage vor der Wahl", schreibt die Post auf ihrer Homepage.

Damit Eure Stimme also ordnungsgemäß mitgezählt werden kann, sollte der Brief noch am Donnerstag losgeschickt werden.

Wahl-Debakel: Söder ruft CDU und CSU zu neuem Miteinander auf
Bundestagswahl 2021 Wahl-Debakel: Söder ruft CDU und CSU zu neuem Miteinander auf

Eine Briefmarke braucht Ihr bei der Deutschen Post dazu im Übrigen nicht. Der Umschlag kann unfrankiert in die gelben Türme geworfen werden.

Was ist, wenn ich es am Donnerstag nicht zum Briefkasten schaffe? Ist meine Stimme damit dahin?

Der Wahlbrief muss auf jeden Fall bis zum Sonntag, dem 26. September 2021 um 18 Uhr bei der auf dem Wahlbriefumschlag angegebenen Anschrift eingegangen sein. Sprich: Selber einwerfen geht auch. Ist der Stimmzettel nicht rechtzeitig da, kann er nicht in das Wahlergebnis einfließen.

Ausnahmefälle gibt es, doch die sind in der Regel mit ordentlich Rennerei verbunden

Ausfüllen, reinpacken, zukleben und einwerfen: Bei der Deutschen Post bedarf es keiner Frankierung der Wahlumschläge.
Ausfüllen, reinpacken, zukleben und einwerfen: Bei der Deutschen Post bedarf es keiner Frankierung der Wahlumschläge.  © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Welche Hintertürchen gibt es noch?

Es mag verwundern, allerdings kann man sogar noch bis zum Freitag, dem 24. September um 18 Uhr eine Briefwahl beantragen.

Da es über den Postweg nach Hause und zurück dann allerdings nicht mehr funktionieren würde, muss der Brief am Wahlamt abgeholt und dort (oder zur auf dem Umschlag angegebenen Adresse) wieder zurückgebracht werden.

ZDF-Politbarometer: So viele Deutsche wollen jetzt Olaf Scholz als Kanzler
Bundestagswahl 2021 ZDF-Politbarometer: So viele Deutsche wollen jetzt Olaf Scholz als Kanzler

In extremen Ausnahmefällen, etwa wegen Krankheit oder beispielsweise einer Corona-Quarantäne, kann man sogar bis zum Sonntag um 15 Uhr noch eine Briefwahl beantragen. Dazu muss man jedoch glaubhaft versichern, dass man den Wahlraum nicht persönlich aufsuchen und betreten konnte.

Im Übrigen ziehen immer mehr Wähler den Weg über die Briefwahl dem zur Urne vor, ob in Sachsen, Bayern, oder Hessen. Beinahe flächendeckend werden bundesweit Wahlbrief-Rekorde erwartet oder sind bereits erreicht.

Aber grundsätzlich ist es gleich, wo, wie und wer gewählt wird. Hauptsache, Du gibst Deine Stimme ab.

Titelfoto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Mehr zum Thema Bundestagswahl 2021: