Kurz und knackig erklärt: Das Wahlprogramm der Union

Deutschland - Am 26. September wird der neue Bundestag gewählt, doch nach wie vor sind viele Menschen unsicher, welcher Partei sie ihre Stimme anvertrauen sollen. Unsere neue Politik-Rubrik BundesTAG24 hilft Euch bei der Entscheidungsfindung. Heute werfen wir einen Blick auf das Wahlprogramm von CDU und CSU.

CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet (60) möchte der Nachfolger von Angela Merkel (67) werden.
CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet (60) möchte der Nachfolger von Angela Merkel (67) werden.  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Das Wahlprogramm der beiden Unionsparteien trägt den vielversprechenden Titel "Das Programm für Stabilität und Erneuerung. Gemeinsam für ein modernes Deutschland".

Mit 140 Seiten ist es fast doppelt so lang wie das vorherige aus dem Jahr 2017. Im Folgenden sehen wir uns die wichtigsten Punkte genauer an:

1. Arbeit / Steuern

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Die Union schließt Steuererhöhungen kategorisch für alle Menschen aus und will stattdessen sogar sowohl geringe und mittlere Einkommen als auch Topverdiener steuerlich entlasten. Mithilfe einer Verschiebung der Steuerstufen soll es am Ende mehr Netto vom Brutto geben.

Auch 450-Euro-Jobber sollen profitieren - indem die Verdienstgrenze bei Minijobs auf 550 Euro angehoben wird.

Die Steuererklärung, die bislang bereits über das Online-Portal "Elster" gemacht werden kann, soll zukünftig noch einfacher und digitaler erledigt werden können - womöglich sogar per App.

2. Familien

Die Union verspricht Familien Bürokratieabbau. Leistungen wie etwa Kindergeld oder Kinderzuschlag sollen in Zukunft automatisiert, digital und aus einer Hand zur Verfügung stehen. Vorsorgeuntersuchungen für Kinder sollen aufs Jugendalter ausgeweitet, die Kataloge der gesetzlichen Krankenkassen dafür angepasst werden.

Außerdem will man Familien beim Hauskauf mit verbilligten Krediten helfen. Dafür soll das KfW-Wohneigentumsprogramm für Eltern ausgeweitet werden. Das Elterngeld soll zudem von 14 auf 16 Monate erhöht werden.

Union will endlich die Digitalisierung stärker vorantreiben

Armin Laschet und sein "Zukunftsteam": Andreas Jung (v.l.n.r.), Dorothee Bär, Peter Neumann, Karin Prien, Barbara Klepsch, Joe Chialo, Silvia Breher und Friedrich Merz.
Armin Laschet und sein "Zukunftsteam": Andreas Jung (v.l.n.r.), Dorothee Bär, Peter Neumann, Karin Prien, Barbara Klepsch, Joe Chialo, Silvia Breher und Friedrich Merz.  © Christoph Soeder/dpa

3. Rente

Das Renteneintrittsalter soll nicht weiter erhöht und das Rentensystem nachhaltiger werden. Das Rentenkonzept der Union sieht einen schrittweisen Übergang zu einem individuellen Renteneintrittsalter vor.

4. Internet

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Nach 16 Jahren unter Angela Merkel (67) soll es mit der Digitalisierung in Deutschland nun überraschend schnell vorangehen.

"Unser Ziel ist es, bis spätestens 2024 alle weißen Flecken mit stationären oder mobilen Masten zu beseitigen", heißt es im Wahlprogramm. Bis 2025 soll der Bund "insgesamt 15 Milliarden Euro für Gigabit-Netze bereitstellen".

5. Klima

Auch beim Umwelt- und Klimaschutz haben sich CDU und CSU viel vorgenommen. So soll der Ausbau erneuerbarer Energien unter anderem mit einem "Sonnenpaket", also dem Ausbau der Photovoltaik gefördert werden. Windanlagen sollen ebenso ausgebaut werden.

Die Union will Deutschland außerdem zum "Wasserstoff-Land Nr. 1" machen. Strom soll billiger werden, indem die EEG-Abgabe abgeschafft wird.

CDU und CSU geben sich stark: "Null Toleranz gegenüber kriminellen Familienclans"

Markus Söder (54, CSU), Ministerpräsident von Bayern, wäre beinahe Unions-Spitzenkandidat geworden, überließ Laschet dann aber den Vortritt.
Markus Söder (54, CSU), Ministerpräsident von Bayern, wäre beinahe Unions-Spitzenkandidat geworden, überließ Laschet dann aber den Vortritt.  © Armin Weigel/dpa
6. Innenpolitik / Sicherheit

Die Union setzt auf neue Härte und modernste Technik. Die Polizeipräsenz soll erhöht werden, ebenso Videoüberwachung im öffentlichen Raum.

Man will mit automatisierter Gesichtserkennung arbeiten und Bodycams auch bei Einsätzen in Wohnräumen nutzen.

Für Straftäter, Terroristen und Clans soll es ungemütlich werden. So lautet ein Programm-Unterpunkt: "Null Toleranz gegenüber kriminellen Familienclans."

7. Außenpolitik

Bündnisse mit demokratisch geführten Ländern sollen gestärkt werden. Die Union will Russland entschlossen und China auf Augenhöhe begegnen.

8. Tiere

Die Union will eine Tierwohlabgabe einführen. Schweine, Kühe sowie Geflügel sollen dadurch mehr Platz in den Ställen bekommen.

"Mehr Tierschutz ist für fünf Cent pro Mahlzeit zu haben", so die Union. Das Geld soll den Bauern gezahlt werden, damit sie ihre Ställe umbauen können, sodass die Tiere darin nicht mehr dicht an dicht stehen müssen.

Welches Fazit lässt sich zum Wahlprogramm der Union ziehen?

"Wir werden nichts versprechen, was wir nicht einhalten können", heißt es bereits in der Einleitung des Programms. Dafür versprechen CDU und CSU den Bürgern aber ziemlich viel.

Bei der konkreten Umsetzung einiger Punkte bleibt die Union recht vage. "Wirtschaftliches Wachstum, das unserem Staat finanzielle Spielräume eröffnet", ist eine zentrale Bedingung. Denkt man diese Logik zu Ende, dann könnten CDU und CSU kaum etwas umsetzen, falls es in den kommenden Jahren nur ein sehr schwaches oder gar kein Wirtschaftswachstum geben sollte.

Inwieweit die Union und Kanzlerkandidat Armin Laschet (60) mit ihrem Wahlprogramm beim Wähler punkten können, wird sich am 26. September zeigen.

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Titelfoto: Montage: TAG24, Christoph Soeder/dpa

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