Bundestagswahl: Wagenknecht bewirbt sich um Spitzenplatz der NRW-Linken

Essen - Die frühere Fraktionschefin Sahra Wagenknecht (51) will erneut als Spitzenkandidatin der Linken in Nordrhein-Westfalen bei der Bundestagswahl antreten.

Als Spitzenkandidatin der Linken will die frühere Fraktionschefin Sahra Wagenknecht (51) erneut in Nordrhein-Westfalen bei der Bundestagswahl antreten. (Archivbild)
Als Spitzenkandidatin der Linken will die frühere Fraktionschefin Sahra Wagenknecht (51) erneut in Nordrhein-Westfalen bei der Bundestagswahl antreten. (Archivbild)  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Bei der Aufstellungsversammlung des Landesverbandes der Linken am Samstag in Essen hat Wagenknecht eine Gegenkandidatin. Die Kölner Verwaltungswirtin Angela Bankert (64) bewirbt sich ebenfalls um Platz 1 der Landesliste.

Ihre Kandidatur galt in den vergangenen Wochen zwar als kaum aussichtsreich, doch mit ihrem jüngsten Buch löste Wagenknecht innerparteilich heftige Kritik aus. Mehrere Parteivorstandsmitglieder der Linken fordern einem Bericht zufolge Wagenknecht zum Verzicht auf eine Bundestagskandidatur auf.

Hintergrund seien Auszüge aus ihrem neuen Buch "Die Selbstgerechten", hieß es am Freitag in einem Spiegel-Bericht. Das Buch, das Mittwoch offiziell erscheinen soll, sehen die Kritiker demnach als eine Art Generalabrechnung mit der eigenen Partei.

Mit ihrem neuen Buch verunglimpfe Wagenknecht Bewegungen wie Unteilbar, Black Lives Matter oder Fridays for Future als "selbstgerecht", warf ihr etwa der bayerische Politiker Johannes König im Spiegel vor.

Wagenknechts Buch sei "eine Kriegserklärung an Hunderttausende junge Menschen, die uns wählen und sich für Klimaschutz und Antirassismus einsetzen", sagte der Linken-Abgeordnete Niema Movassat (36) dem Nachrichtenmagazin.

Wagenknecht wehrte sich gegen Kritik an ihrem Buch

Wagenknecht wehrte sich am Freitag gegen die Kritik an ihrem Buch. Die vorzeitige Veröffentlichung einzelner Passagen wertete sie als gezieltes Manöver gegen die von ihr angestrebte Bundestagskandidatur.

"Mit aus dem Zusammenhang gerissenen, teils verfälschten Zitaten ein völlig verzerrtes Bild vom Inhalt meines Buches zu vermitteln, um meine Wiederaufstellung zu verhindern, ist kein guter Umgang miteinander", teilte Wagenknecht mit. Sie wolle - anders als es ihre Gegner fordern - weiterhin als Kandidatin in NRW antreten.

Bei der Aufstellungsversammlung der NRW-Linken für die Bundestagswahl am 26. September sind die Delegierten zugeschaltet und wählen auch online. Am Sonntag schließt sich eine dezentrale Urnenwahl an, um die Ergebnisse zu bestätigen.

Wagenknecht führte die Bundestagsfraktion von 2015 bis 2019 zusammen mit Dietmar Bartsch. Ihr Wahlkreis ist Düsseldorf-Süd. Im Bundestag sind zwölf Linken-Abgeordnete aus NRW.

Im Landtag Nordrhein-Westfalens ist die Linke nicht vertreten.

Titelfoto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

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