Die Linke fällt unter 5 Prozent - darum sind sie dennoch sicher im Bundestag!

Berlin - Die Linke hat mindestens drei Direktmandate bei der Bundestagswahl geholt. Sie wird deshalb auch dann im neuen Bundestag wieder in Fraktionsstärke vertreten sein, wenn sie an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern sollte.

Mit diesem Wahlausgang kann die Linkspartei nicht zufrieden ein. Doch trotz womöglichem Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde sind sie sicher im Bundestag.
Mit diesem Wahlausgang kann die Linkspartei nicht zufrieden ein. Doch trotz womöglichem Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde sind sie sicher im Bundestag.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Die Abgeordneten Gregor Gysi (73) und Gesine Lötzsch (60) in Berlin sowie Sören Pellmann (44) in Leipzig verteidigten ihre Direktmandate, wie die Auszählung aller Stimmen in ihren Wahlkreisen ergab.

Dagegen verlor die Berliner Abgeordnete Petra Pau (58) ihr Direktmandat; und nach Auszählung fast aller Erststimmen galt das auch für das bisherige fünfte Direktmandat der Linken, ebenfalls in Berlin.

Damit ist es nun unerheblich, ob die Linke mit ihrem Zweitstimmenergebnis die Fünf-Prozent-Hürde nimmt. In den letzten Hochrechnungen von ARD und ZDF lag sie bei 4,9 Prozent.

Die Linke profitierte bereits 1994 von ihren Direktmandaten

Hintergrund ist die sogenannte Grundmandatsklausel: Erreicht eine Partei drei oder mehr Direktmandate, erfolgt eine Mandatsvergabe nach Zweitstimmenergebnis, auch wenn dieses unter fünf Prozent liegt.

Die Linke, damals noch PDS, hat davon schon einmal profitiert: 1994 kam sie auf nur 4,4 Prozent der gültigen Zweitstimmen, bekam dann aber wegen vier Direktmandaten auch 26 Landeslistensitze.

Titelfoto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

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