Grüne und FDP schwören aufs Wahlkampf-Finale ein: "Wir kämpfen jetzt mit allem, was wir haben"

Berlin - Der Wahlkampf geht in seine heißeste Phase. Exakt eine Woche vor der Bundestagswahl haben Grüne und FDP gestern auf Parteitagen noch einmal alles gegeben und für einen Politikwechsel in ihrem Sinne geworben.

Annalena Baerbock (40, Grüne) will Kanzlerin werden.
Annalena Baerbock (40, Grüne) will Kanzlerin werden.  © dpa/Kay Nietfeld

"In unserem Land steckt so viel mehr, schlagen wir ein neues Kapitel auf", rief eine bestens aufgelegte Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock (40) am heutigen Sonntag den Delegierten in Berlin entgegen.

Ein Drittel aller Wahlberechtigten, 20 Millionen Menschen, seien noch unentschlossen. "Wir kämpfen jetzt mit allem, was wir haben. Und ja, wir brauchen noch deutlich mehr Stimmen für einen echten Aufbruch."

Man wolle das "Rumgeeiere der Großen Koalition" beenden und "alle Weichen auf Klimaschutz" stellen.

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Nachdem die Grünen furios in den Wahlkampf gestartet waren und zwischenzeitlich sogar die Union hinter sich gelassen hatten, rutschte die Partei in Umfragen zuletzt auf Rang drei ab.

Fraktions-Chefin Katrin Göring-Eckardt (55) begründete dies im TAG24-Interview damit, dass "dieser Wahlkampf eine ungewohnte Verunsicherung erzeugt" habe, weil erstmals seit 1949 kein Amtsinhaber antrete. "Eigene Fehler in den ersten Wochen kamen auch hinzu, das ist ja klar."

FDP könnte Grüne am Wahlsonntag schlucken

Die FDP-Parteispitze feiert sich selbst (v.l.n.r.): Nicola Beer (51), Generalsekretär Volker Wissing (51), Parteichef Christian Lindner (42) und Wolfgang Kubicki (69).
Die FDP-Parteispitze feiert sich selbst (v.l.n.r.): Nicola Beer (51), Generalsekretär Volker Wissing (51), Parteichef Christian Lindner (42) und Wolfgang Kubicki (69).  © dpa/Jörg Carstensen

Geht der Abwärtstrend der Grünen so weiter, könnten sie am Wahlsonntag gar noch von der FDP geschluckt werden.

Auch die traf sich am Sonntag zum letzten Einstimmen in Berlin - und übte Kritik am bevorzugten Koalitionspartner CDU/CSU: "Ausgerechnet die Union verlangt jetzt von uns, wir sollten irgendetwas ausschließen", so Parteichef Christian Lindner (42).

"Nachdem die Union ja seit Jahr und Tag ihr eigenes politisches Koordinatensystem regelmäßig opportunistisch nach Links und Grün ausgerichtet hat." Und weiter: "Von dieser Union nehmen wir keine Anweisungen entgegen. Wo kommen wir denn da hin?"

Was Christian Lindner zu dieser Bundestagswahl wichtig ist, lest Ihr am Dienstag in einem exklusiven TAG24-Interview mit dem FDP-Parteichef.

Titelfoto: Montage: dpa/Jörg Carstensen, dpa/Kay Nietfeld

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