Gut zu wissen: Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Bundestagswahl

Berlin - Am morgigen Sonntag ist es so weit: Die Bundestagswahl steht an! Nicht nur Erstwählern stellen sich dabei womöglich einige Fragen. BundesTAG24 beantwortet die wichtigsten, noch bevor es richtig losgeht.

Bei der vergangenen Europawahl kam es in Dresden zu langen Warteschlangen vor den Wahllokalen.
Bei der vergangenen Europawahl kam es in Dresden zu langen Warteschlangen vor den Wahllokalen.  © Thomas Türpe

Das allerwichtigste gleich vorweg: Die Wahllokale sind am Sonntag von 8 bis 18 Uhr geöffnet.

Wer kurz vor knapp kommt, sollte klar erkennbar in der Warteschlange stehen, sodass man gegebenenfalls auch kurz nach 18 Uhr noch sein Kreuzchen machen kann. Wer deutlich zu spät kommt, bekommt keine Chance mehr. Diese Warteschlangen-Problematik gab es beispielsweise im Mai 2019 zur Europawahl in Dresden.

Wer im Wahllokal angekommen ist, darf sich anschließend gegen Vorlage des Personalausweises seinen Wahlschein abholen und zwei Kreuze machen. Die Wahlbenachrichtigung muss man nicht zwingend dabei haben.

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Ein Kreuz gehört in die linke Spalte, eins in die rechte. So bestimmt Ihr, wer die Erststimme bekommt und wohin die Zweitstimme geht.

Es ist auch möglich, nur ein Kreuz zu machen. Die zweite Stimme verfällt in diesem Fall. Andersrum jedoch, entwerten mehr als zwei Kreuze den Stimmzettel. So ist es auch, wenn die Auszählenden Smileys, Delfine oder andere Kritzeleien auf den Scheinen finden.

Übrigens: Mit der Erststimme wird der Vertreter des jeweiligen Wahlkreises, also der Region, in der Ihr lebt, in den Bundestag gewählt. Die Zweitstimme sorgt für die Sitzverteilung der Parteien im Bundestag.

Wenn man an der falschen Stelle ein Kreuz setzt, lässt man sich am besten einen neuen Wahlschein geben. Der Wille des Abstimmenden sollte nämlich klar zu erkennen sein. Wer sein Kreuz durchkreuzt könnte unbeabsichtigt für Verwirrung bei der Auszählung sorgen und den Wahlschein so ungültig machen.

Die Bundestagswahl und Corona

Der Wahlschein zur Bundestagswahl 2021: Ein Kreuz gehört in die linke Spalte, eins in die rechte.
Der Wahlschein zur Bundestagswahl 2021: Ein Kreuz gehört in die linke Spalte, eins in die rechte.  © dpa/Jörg Carstensen

Wer wählen will, muss nicht geimpft sein. Laut Bundeswahlleiter wird die 3G-Regel in den Lokalen ausgesetzt. Wichtig ist nur die Mund- und Nasen-Schutzmaske neben ausreichend Abstand zu anderen.

Dem Wahlleiter zufolge muss man auch wegen Corona nicht seinen eigenen Kugelschreiber mitbringen. In manchen Wahlkreisen wird dies zwar gewünscht, aber das dient nur dem Schutz der Wähler. Vor Ort müssen dennoch Stifte bereitliegen - das regelt das Bundeswahlgesetz.

Es ist nicht verboten, in einem Kostüm zur Wahl zu gehen. Auch Masken dürfen aufgesetzt oder Parteiabzeichen angesteckt werden. Wer seine Stimme nackt abgeben will, dem könnte jedoch ein Bußgeld auferlegt werden.

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Ein Zeitlimit zur Stimmenabgabe gibt es nicht. Sollte man aber andere Wähler an ihrem Recht zu wählen hindern, könnte es passieren, dass man aufgefordert wird, die Kabine zu verlassen.

Darin sollte man sich auch nicht erwischen lassen, wie man ein Selfie mit seinen gesetzten Kreuzen schießt. Die Stimme würde dadurch ungültig. Man kann sich jedoch einen neuen Wahlschein aushändigen lassen, den man dann nicht abfotografiert.

Am Sonntag wird darüber entschieden, wer die nächsten vier Jahre im Bundestag die Geschicke des Landes steuern darf.
Am Sonntag wird darüber entschieden, wer die nächsten vier Jahre im Bundestag die Geschicke des Landes steuern darf.  © dpa/Kay Nietfeld

Man kann auch in anderen Wahlbezirken wählen, aber Achtung...

Verboten ist es zudem, den Wahlschein so zu falten, dass die Kreuze sichtbar werden. Dies ist wie auch das Selfie ein Verstoß gegen den Grundsatz der geheimen Wahl.

Wer will, kann sich, aus welchem Grund auch immer, einen zweiten Stimmzettel geben lassen. Der erste wird dann einkassiert und vernichtet.

Ebenso ist es möglich, in einem anderen Wahlbezirk seine Stimme abzugeben. Dafür müssen die Briefwahlunterlagen beantragt werden. Bei der Wahl im selben Bundesland ist so immerhin die Zweitstimme gültig (die Erststimme kann in diesem anderen Bezirk nicht dem Kandidaten zugerechnet werden).

Wer in einem anderen Bundesland wählen will, hat beide Stimmen verloren.

Die aktuellen Umfragewerte

Zuletzt wurde das Rennen um die Kanzlerschaft in Umfragen immer knapper zwischen Armin Laschet (60, CDU) und Olaf Scholz (63, SPD). Der Ministerpräsident von NRW lag in einer Erhebung vom gestrigen Freitag nur noch einen Prozentpunkt hinter dem derzeitigen Vizekanzler.

Titelfoto: dpa/Kay Nietfeld

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