Kommentar zur Bundestagswahl: "Ein Abend der Verlierer"

Berlin/Dresden - Während sich die meisten Parteien am Wahlabend nach außen als Gewinner geben, täuscht sicher manches lachende Gesicht über eine enttäuschte Miene hinweg. Denn so ganz zufrieden kann eigentlich kaum jemand sein.

Am Sonntagabend gaben sich CSU-Chef Markus Söder (54, v.l.n.r.), CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet (60), die Moderatoren Rainald Becker (61) und Peter Frey (64), Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock (40) und SPD-Kandidat Olaf Scholz (63) in der Berliner Runde träge.
Am Sonntagabend gaben sich CSU-Chef Markus Söder (54, v.l.n.r.), CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet (60), die Moderatoren Rainald Becker (61) und Peter Frey (64), Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock (40) und SPD-Kandidat Olaf Scholz (63) in der Berliner Runde träge.  © dpa/Sebastian Gollnow

Wahlgewinner Scholz schafft es nur ganz knapp vor die Union, eine stabile Verhandlungsposition rechtfertigt dieses Kopf-an-Kopf-Rennen nicht. Ist sein Abschneiden ohnehin eher mit der Schwäche der anderen Kandidaten zu erklären, als mit seiner eigenen Stärke.

Laschet holt zwar noch mal auf, kommt so vielleicht mit einem blauen Auge davon. Aber unterm Strich bleibt das schlechteste Ergebnis der Union in ihrer Geschichte.

Nicht nur seine eigene Performance im Wahlkampf, auch der fehlende Rückhalt aus Bayern und Berlin macht ihn zum großen Verlierer.

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Auch die Grünen mögen zwar jubeln, aber bei unter 15 Prozent zu landen, wo man Anfang des Sommers noch über 25 hatte, kann kein Grund zur Freude sein. Trost mag da Berlin sein, wo künftig wohl eine grüne Oberbürgermeisterin regieren wird.

Was bleibt, ist eine Vielzahl an Optionen. Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik hatte man so viele unterschiedliche Möglichkeiten einer Regierungsbildung.

Beharren alle Beteiligten auch weiterhin auf ihrer Sieger-Rolle, dürften die Verhandlungen schwierig werden.

Titelfoto: dpa/Sebastian Gollnow

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